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🚒 FahrzeugeFahrzeuge als taktische Zeichen
Fahrzeuge machen einen großen Teil jeder Lagekarte aus. Als taktisches Zeichen bekommen sie immer dieselbe Grundform, und welcher Typ gemeint ist, steht als Kurzbezeichnung im Inneren. Wer die Systematik der Kürzel kennt, kann auch ein Zeichen lesen, das ihm vorher nie begegnet ist.
Ein Fahrzeugzeichen steht auf der Lagekarte dort, wo das Fahrzeug wirkt. Ein Löschfahrzeug, dessen Trupp im Gebäude vorgeht, wird am Gebäude eingetragen, auch wenn es zwanzig Meter weiter auf der Straße parkt. Die Einsatzleitung sieht dadurch, welche Technik gerade wo gebunden ist. Weil die Grundform bei allen Fahrzeugen gleich bleibt, reicht der Blick auf die Kurzbezeichnung, um den Typ zu erkennen.
Die Grundform
Alle Fahrzeugzeichen teilen sich dieselbe Grundform. Sie steht für eine bewegliche Kraft auf Rädern und unterscheidet ein Fahrzeug damit von einer Einheit, einer Einrichtung oder einer Gefahr. Zwei Angaben kommen hinzu. Die Farbe zeigt die Organisation, also rot für die Feuerwehr, blau für das THW, weiß für den Sanitätsdienst und grün für die Polizei. Genaueres dazu steht im Beitrag Zeichen nach Organisation. Im Inneren steht die Kurzbezeichnung für den Fahrzeugtyp, also LF, HLF, TLF, DLK, RW oder RTW.
Deshalb muss man auch keine 800 Bilder auswendig lernen. Es reicht, eine Handvoll Grundformen zu beherrschen und dazu die Kürzel, die in der eigenen Organisation vorkommen.
Was die Zahlen hinter dem Kürzel bedeuten
Die Zahlen bei Feuerwehrfahrzeugen sind keine laufenden Nummern. Sie folgen einer Norm und sagen etwas über die Leistung aus. Bei Löschfahrzeugen steht die erste Zahl für die Nennleistung der Feuerlöschkreiselpumpe, die zweite für den Löschwasservorrat.
- Ein LF 10 hat eine Pumpe mit 1.000 Litern pro Minute.
- Beim LF 20 sind es entsprechend 2.000 Liter pro Minute.
- Ein TLF 3000 nennt dagegen den Tankinhalt, hier also 3.000 Liter Löschwasser.
- Ein TLF 16/25 stammt aus der älteren Schreibweise und hat 1.600 Liter pro Minute Pumpenleistung bei 2.500 Litern Wasser.
Daran sieht man auch, dass ältere und neuere Normbezeichnungen nebeneinander existieren. Ein LF 16/12 und ein LF 20 sind vom Einsatzwert her ähnlich, tragen aber verschiedene Kürzel, weil sie aus unterschiedlichen Normgenerationen stammen. Für die Lagekarte spielt das keine Rolle. Wichtig ist, was das Fahrzeug leisten kann, und das steht im Kürzel.
Löschfahrzeuge
Löschfahrzeuge bringen Mannschaft, Pumpe und Löschwasser zur Einsatzstelle. Sie kommen auf einer Lagekarte häufiger vor als jeder andere Fahrzeugtyp.

Löschgruppenfahrzeug mit Pumpe, Löschwassertank und Platz für eine komplette Gruppe. Das typische Fahrzeug vieler Freiwilliger Feuerwehren.

Die stärkere Variante. Wird häufig als Erstangriffsfahrzeug bei größeren Wehren und im Katastrophenschutz eingesetzt.

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. Kann löschen und technische Hilfe leisten, führt also zusätzlich hydraulisches Rettungsgerät mit. Bei Verkehrsunfällen das Fahrzeug der Wahl.

Tanklöschfahrzeug mit 3.000 Litern Löschwasser. Wird angefordert, wenn keine ausreichende Wasserversorgung vorhanden ist, etwa bei Vegetationsbränden.

Löschfahrzeug des Katastrophenschutzes, vom Bund beschafft und den Ländern überlassen. Auf der Lagekarte ein Hinweis darauf, dass überörtliche Kräfte im Einsatz sind.
Hubrettungs-, Rüst- und Gerätefahrzeuge
Diese Fahrzeuge erfüllen Aufgaben, für die ein Löschfahrzeug nicht ausgerüstet ist. Auf der Lagekarte verdienen sie besondere Aufmerksamkeit, weil sie meist nur einmal vorhanden sind. Wo die Drehleiter steht, entscheidet oft über den weiteren Einsatzablauf.

Erschließt Höhen, rettet Menschen aus oberen Geschossen und kann von oben Wasser abgeben. Ihre Position auf der Karte muss stimmen, weil davon abhängt, welche Gebäudeseite sie erreicht.

Führt Gerät für die technische Hilfeleistung mit, etwa Rettungssatz, Hebekissen und Seilwinde. Er hat weder Löschwasser noch Pumpe.

Gerätewagen für Einsätze mit gefährlichen Stoffen. An Bord sind Chemikalienschutzanzüge, Auffangbehälter und Messtechnik. Auf der Karte steht er außerhalb des Gefahrenbereichs.

Hebt schwere Lasten, etwa bei Unfällen mit LKW oder Schienenfahrzeugen. Eine seltene Ressource, die meist überörtlich angefordert wird.
Führungsfahrzeuge
Einsatzleitwagen sind die Arbeitsplätze der Führung vor Ort. Ihre Nummer sagt, wie groß der Führungsapparat ist, den sie bedienen können.

Führungsfahrzeug für den Einsatzleiter im Regeleinsatz, mit Funk, Kartenmaterial und Arbeitsplatz für ein bis zwei Personen.

Deutlich größer und für eine vollständige Führungsstaffel oder einen Führungsstab ausgelegt. Kommt bei Großschadenslagen zum Einsatz.

Mannschaftstransportwagen. Befördert Personal ohne eigene Löschtechnik, etwa zur Ablösung oder für die Logistik.
Fahrzeuge des Rettungsdienstes
Im Rettungsdienst kennzeichnen eigene Zeichen die Transport- und Notfallfahrzeuge. Die Unterscheidung ist auf der Lagekarte wichtig, weil sie zeigt, wie viele Patienten mit welcher Dringlichkeit abtransportiert werden können.

Rettungswagen. Versorgt und transportiert einen Notfallpatienten, besetzt mit Notfallsanitäter und Rettungssanitäter.

Krankentransportwagen für planbare Transporte. Bei einem Massenanfall von Verletzten wird er zum Transportmittel für leicht Betroffene.

Notarzteinsatzfahrzeug. Bringt die Notärztin oder den Notarzt zur Einsatzstelle und transportiert selbst keine Patienten.

Großraumrettungswagen. Versorgt und transportiert mehrere Patienten gleichzeitig und ist beim MANV eine Schlüsselressource.
Typische Verwechslungen
Drei Paare sorgen erfahrungsgemäß für die meisten Fehler beim Lesen einer Lagekarte.
- LF und HLF. Der Buchstabe H entscheidet darüber, ob hydraulisches Rettungsgerät an der Einsatzstelle ist. Bei einem Verkehrsunfall macht das den Unterschied, ob die Rettung sofort beginnen kann.
- RTW und KTW. Ähnliche Grundform, sehr unterschiedlicher Einsatzwert. Ein KTW ersetzt bei einem kritischen Patienten keinen RTW.
- TLF und LF. Beide löschen, aber nur das TLF bringt größere Mengen Wasser mit. Wer das verwechselt, plant die Wasserversorgung falsch.
Solche Feinheiten sitzen am schnellsten, wenn man die Zeichen im direkten Vergleich abgefragt bekommt.