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🛠 FahrzeugeRüstwagen, Gerätewagen und Hubrettungsfahrzeuge
Diese Fahrzeuge bringen keine Löschtechnik, sondern Spezialgerät. Auf der Lagekarte zeigen sie, welche Aufgaben jenseits der Brandbekämpfung an einer Stelle möglich sind.
Rüstwagen und Gerätewagen unterscheiden sich in einem wesentlichen Punkt von Löschfahrzeugen. Sie führen kein oder kaum Löschwasser mit und haben oft keine Löschkreiselpumpe. Ihr Wert liegt vollständig in dem Gerät, das sie transportieren.
Daraus folgt für die Lageführung eine wichtige Unterscheidung. Ein Löschfahrzeug bringt Kräfte und Löschtechnik in einem. Ein Gerätewagen bringt Gerät, aber selten genug Personal, um es auch zu bedienen. Wer einen Gerätewagen einträgt, sollte deshalb prüfen, ob die zugehörige Einheit ebenfalls vor Ort ist.
Die Hubrettungsfahrzeuge nehmen eine Sonderstellung ein. Sie sind zugleich Rettungsmittel und Angriffsmittel und brauchen eine geeignete Aufstellfläche, die früh festgelegt werden muss.
Rüstwagen 6
Der Rüstwagen ist das Fahrzeug für die schwere technische Hilfeleistung. Er führt hydraulisches Rettungsgerät, Seilwinde, Stromerzeuger, Beleuchtung und Hebekissen mit. Die Nummerierung von RW 1 bis RW 3 stuft Größe und Ausstattung ab.
Bei einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person ist die Frage, ob ein Rüstwagen oder nur ein Löschfahrzeug vor Ort ist, unmittelbar entscheidend. Moderne Fahrzeuge mit hochfesten Stählen verlangen leistungsfähiges Gerät, das ein Standardlöschfahrzeug nicht immer mitführt.
Der RW-S ist für Schienenfahrzeuge ausgestattet, der Vorausrüstwagen ist kleiner und schneller und trifft vor dem eigentlichen Rüstwagen ein, um die ersten Maßnahmen einzuleiten.






Gerätekraftwagen des THW 6
Der Gerätekraftwagen ist das Kernfahrzeug der Bergungsgruppe im Technischen Hilfswerk. Er bringt die Bergungsgruppe samt Ausstattung an die Einsatzstelle und ist damit das Fahrzeug, das bei fast jedem THW-Einsatz dabei ist.
Seine Ausstattung ist auf das Retten aus Trümmerlagen ausgelegt: Trennschleifer, Bohrhämmer, Hebekissen, Abstützmaterial, Seilwinde. Bei eingestürzten Gebäuden ist er das Fahrzeug, mit dem die Arbeit beginnt.
Die geländegängigen Varianten erreichen auch Einsatzstellen ohne befestigte Zufahrt. Bei Hochwasser, nach Unwettern und in unwegsamem Gelände ist das regelmäßig der Unterschied zwischen ankommen und nicht ankommen.






Hubrettungsfahrzeuge 6
Die Kurzbezeichnung der Drehleiter nennt zwei Zahlen, und beide gehören zusammen gelesen. Bei einer DLA(K) 23/12 bedeutet die 23 die Nennrettungshöhe in Metern und die 12 die zugehörige Ausladung, also die waagerechte Entfernung vom Fahrzeug.
Das ist die praktisch wichtigste Angabe überhaupt, denn Höhe und Ausladung hängen voneinander ab. Je weiter die Leiter zur Seite ausfährt, desto geringer wird die erreichbare Höhe. Wer nur auf die Höhe schaut, verschätzt sich bei einem Gebäude mit Vorgarten regelmäßig.
Teleskopmasten wie TM 30 und TM 50 erreichen größere Höhen. Bei Industrieanlagen, Hochregallagern und Windkraftanlagen sind sie oft das einzige geeignete Mittel. Für alle Hubrettungsfahrzeuge gilt: Die Aufstellfläche muss tragfähig, eben und hindernisfrei sein, und sie gehört als Erstes auf die Lagekarte.






Gerätewagen für Gefahrstoffe und Messen 6
Bei Gefahrstofflagen laufen mehrere Aufgaben parallel, und für jede gibt es ein eigenes Fahrzeug. Der Gerätewagen Gefahrgut bringt Schutzanzüge, Abdichtmaterial und Auffangbehälter. Der Messwagen stellt fest, welcher Stoff sich wie weit ausgebreitet hat.
Die Dekontaminationsfahrzeuge sind die Voraussetzung dafür, dass überhaupt jemand in den Gefahrenbereich hineingehen darf. Ohne eine funktionierende Dekontamination gibt es keinen Rückweg. Die Unterscheidung zwischen Dekontamination von Einsatzkräften und von Verletzten ist dabei wesentlich, weil Verletzte nicht selbstständig gehen und liegend behandelt werden müssen.
Auf der Lagekarte gehören diese Fahrzeuge an die Grenze zwischen Gefahrenbereich und Absperrbereich. Ihre Position legt praktisch fest, wo diese Grenze verläuft.






Gerätewagen für Technik und Logistik 9
Diese Fahrzeuge halten den Einsatz am Laufen. Die Logistikfahrzeuge bringen Verbrauchsmaterial und Ersatzgerät nach, was bei Lagen über mehrere Schichten zur eigenen Aufgabe wird.
Der Gerätewagen Licht leuchtet Einsatzstellen aus. Der Gerätewagen Information und Kommunikation stellt Funk- und Fernmeldetechnik bereit und wird gebraucht, sobald mehrere Abschnitte parallel geführt werden.
Der Gerätewagen Tragkraftspritze und der Gerätewagen Wasser gehören zur Wasserförderung. Zusammen mit Schlauchwagen und Pumpenanhängern bilden sie die Kette, mit der Löschwasser über längere Strecken befördert wird.









Gerätewagen für Betreuung und Spezialaufgaben 7
Die Fahrzeuge der Hilfsorganisationen decken Betreuung, Verpflegung und sanitätsdienstliche Aufgaben ab. Der Gerätewagen Sanität bringt Material für die Versorgung mehrerer Patienten und ist bei einem Massenanfall früh gefragt.
Der Gerätewagen Rettungshunde dient der Staffel als Basis an der Einsatzstelle, der Gerätewagen Tauchen führt die Ausrüstung für den Tauchereinsatz mit. Beide sind an eine Einheit gebunden und ohne sie wenig nützlich.







Gerät und Bedienung gehören zusammen
Der häufigste Planungsfehler bei diesen Fahrzeugen ist, das Gerät anzufordern und das Personal zu vergessen. Ein Gerätewagen Gefahrgut ohne ausgebildete Kräfte für den Chemikalienschutzanzug bringt nichts. Eine Drehleiter ohne Maschinist bleibt stehen.
Auf der Lagekarte lässt sich das leicht prüfen. Zu jedem Gerätewagen sollte ein Einheitenzeichen in der Nähe stehen. Fehlt es, ist das ein Hinweis darauf, dass eine Fähigkeit zwar transportiert, aber nicht genutzt werden kann.
Die zugehörigen Einheiten stehen bei den Einheiten der Feuerwehr und den Einheiten des THW.
Rüstwagen, GKW und Hubrettung im Vergleich
Diese drei Fahrzeugfamilien werden regelmäßig verwechselt, weil sie alle „schweres Gerät" bedeuten. Ihre Fähigkeiten überschneiden sich aber nur teilweise.
| Typ | Organisation | Besatzung | Kernfähigkeit |
|---|---|---|---|
| RW | Feuerwehr | Trupp (1/2) | Technische Hilfe, Winde, schweres Rettungsgerät |
| GKW | THW | Gruppe (1/8) | Bergung, eigene Mannschaft, längere Einsatzdauer |
| DLK 23/12 | Feuerwehr | Trupp (1/2) | Rettung und Angriff bis ca. 23 m Höhe |
| TM / GM | Feuerwehr | Trupp (1/2) | Teleskopmast, Gelenkmast — größere Reichweite, mehr Platzbedarf |
Der Unterschied zwischen RW und GKW ist vor allem einer der Besatzung und der Dauer. Der Rüstwagen bringt Gerät und drei Kräfte; die Mannschaft für den Einsatz dieses Geräts kommt von anderen Fahrzeugen. Der GKW bringt Gerät und eine vollständige Bergungsgruppe mit und ist darauf ausgelegt, über viele Stunden an einer Stelle zu arbeiten. Bei einer Trümmerlage ist das der entscheidende Unterschied.
Bei der Drehleiter ist die Zahlenkombination eine harte Einsatzgrenze. 23/12 bedeutet rund 23 Meter Nennrettungshöhe bei 12 Metern Ausladung — also nicht beides gleichzeitig in voller Höhe. Je weiter der Korb zur Seite muss, desto geringer die erreichbare Höhe. Auf der Lagekarte hängt daran die Frage, ob ein bestimmtes Fenster überhaupt erreichbar ist, und deshalb muss die Position der Leiter genau stimmen.
Der zweite Punkt bei Hubrettungsfahrzeugen ist der Platzbedarf. Eine Drehleiter braucht eine tragfähige, ebene Aufstellfläche und gestützte Abstützung — je nach Fahrzeug bis zu fünf Meter Breite. Ein Teleskopmast braucht noch mehr. Wer auf der Karte eine Drehleiter in eine enge Altstadtgasse einzeichnet, plant einen Einsatz, der so nicht stattfinden wird.