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🎖️ FührungEinsatzleitwagen und Führungsfahrzeuge
Führungsfahrzeuge sind der Ort, an dem eine Lage geführt wird. Auf der Karte markieren sie die Stelle, an der Entscheidungen fallen und an der Meldungen zusammenlaufen.
Ein Führungsfahrzeug ist mehr als ein Transportmittel. Es bringt Funktechnik, Kartenmaterial und Arbeitsplätze an die Einsatzstelle und wird damit zur Führungsstelle im Sinne der Führungsvorschrift. Wer es auf der Lagekarte einträgt, hält damit fest, wo die Führung räumlich verortet ist.
Die Abstufung von ELW 1 bis ELW 3 folgt der Größe der Lage. Je umfangreicher der Einsatz, desto mehr Personen müssen gleichzeitig arbeiten und desto mehr Funkverkehr muss abgewickelt werden. Aus dem Zeichen lässt sich deshalb ablesen, welche Führungskapazität an dieser Stelle zur Verfügung steht.
Für die Zusammenarbeit ist das eine wichtige Information. Trifft eine Einheit an einer Einsatzstelle ein, muss sie wissen, wo sie sich zu melden hat. Ein eingetragenes Führungsfahrzeug beantwortet diese Frage ohne Rückfrage über Funk.
Ein Punkt wird dabei häufig übersehen. Das Fahrzeug ist nicht dasselbe wie die Führungsstelle. Ein Einsatzleitwagen kann an einer Stelle parken, während die eigentliche Arbeit in einem nahe gelegenen Gebäude stattfindet, etwa in einer Schule oder einem Feuerwehrhaus. Auf der Karte gehören dann beide Angaben, sonst sucht die eintreffende Einheit am falschen Ort.
Bei der Wahl des Standorts gelten drei Anforderungen, die sich regelmäßig widersprechen. Das Fahrzeug braucht Funkverbindung in alle Richtungen, es darf die Zufahrt zur Einsatzstelle nicht blockieren, und es sollte weit genug entfernt stehen, dass ruhig gearbeitet werden kann. Der Standort ist deshalb eine bewusste Entscheidung und keine Zufälligkeit.
Einsatzleitwagen 6
Der ELW 1 ist das Führungsfahrzeug für den Regelbetrieb. Er unterstützt einen Zugführer oder einen Einsatzleiter bei Lagen, die eine Einheit allein bewältigt, und bietet Platz für wenige Personen sowie die nötige Funkausstattung.
Der ELW 2 ist für Lagen ausgelegt, bei denen mehrere Einsatzabschnitte geführt werden müssen. Er bietet getrennte Arbeitsbereiche für Lagedarstellung, Fernmeldebetrieb und Führung, sodass ein Führungsstab arbeiten kann, ohne sich gegenseitig zu stören. Der ELW 3 geht darüber hinaus und wird bei Großschadenlagen und im Katastrophenschutz eingesetzt.
Die geländegängigen Varianten erfüllen dieselbe Aufgabe, kommen aber auch dorthin, wo keine befestigten Wege liegen. Bei Vegetationsbränden und Hochwasserlagen ist das entscheidend, weil die Führungsstelle nahe genug an der Einsatzstelle stehen muss.






Kommando- und Führungskraftwagen 4
Der Kommandowagen bringt eine einzelne Führungskraft zur Einsatzstelle. Er ist kein Arbeitsplatz für einen Stab, sondern ein schnelles Fahrzeug mit Funkausstattung. Kreisbrandmeister, Wehrführer und Führungsdienste sind damit unterwegs.
Auf der Karte hat er eine andere Bedeutung als ein ELW. Er zeigt an, dass eine Führungskraft vor Ort ist, nicht dass dort eine Führungsstelle eingerichtet wurde. Der Führungskraftwagen liegt zwischen beidem und wird je nach Bundesland und Organisation unterschiedlich verwendet.




Führungsunterstützung 4
Diese Fahrzeuge führen selbst nicht, sondern schaffen die Voraussetzungen dafür. Der Lautsprecherkraftwagen dient der Warnung und Information der Bevölkerung und wird bei Evakuierungen und Gefahrstofflagen eingesetzt.
Mastkraftwagen und Telekommunikationskraftwagen stellen die Verbindung sicher. Ein aufgerichteter Antennenmast überbrückt Funkschatten, was in Tälern und in dicht bebauten Bereichen den Unterschied zwischen erreichbar und nicht erreichbar ausmacht. Der Zugtruppkraftwagen ist das Führungsfahrzeug des Technischen Zuges beim THW und führt den Zugtrupp an die Einsatzstelle.




Was auf der Karte wirklich zählt
Bei der Lageführung kommt es weniger auf den genauen Fahrzeugtyp an als auf die Frage, welche Funktion an dieser Stelle wahrgenommen wird. Deshalb gehört zu jedem eingetragenen Führungsfahrzeug die Angabe, wer dort führt und für welchen Abschnitt.
Ein häufiger Fehler ist, das Fahrzeug einzutragen und die Führungsfunktion wegzulassen. Auf der Karte steht dann ein ELW, aber niemand weiß, ob dort die Gesamteinsatzleitung sitzt oder die Leitung eines einzelnen Abschnitts. Wie Führungsstellen und Abschnitte richtig dargestellt werden, steht bei den Zeichen für Führung und Örtlichkeiten und im Beitrag Führungsstufen.
Die Führungsfahrzeuge im direkten Vergleich
Die Zahl hinter dem ELW sagt, wie viel Führung an dieser Stelle tatsächlich möglich ist. Das ist auf einer Lagekarte eine Fähigkeitsangabe, keine Fahrzeuggröße.
| Typ | Führungsebene | Arbeitsplätze | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| KdoW | Einzelne Führungskraft | keiner im Fahrzeug | Transportmittel, kein Führungsmittel |
| ELW 1 | Gruppe bis Zug | 1–2 | Alltagseinsatz, erste Führungsstelle |
| ELW 2 | Verband, Abschnitte | mehrere, Stabsarbeit | Großlage, Technische Einsatzleitung |
| ELW 3 | Großschadenlage | umfangreich | Selten, meist überörtlich vorgehalten |
Der wichtigste Unterschied liegt zwischen KdoW und ELW 1. Ein Kommandowagen bringt eine Führungskraft zur Einsatzstelle, mehr nicht. Wer ihn auf der Karte als Führungsstelle einträgt, behauptet eine Arbeitsfähigkeit, die nicht besteht: kein Kartentisch, kein zweiter Funkarbeitsplatz, keine Möglichkeit, eine Lagekarte über Stunden zu führen.
Der Sprung von ELW 1 zu ELW 2 ist der Sprung von der Einsatzstellenführung zur Stabsarbeit. Ein ELW 2 wird nicht nachgefordert, weil die Lage groß ist, sondern weil mehrere Abschnitte gleichzeitig geführt und dokumentiert werden müssen. Die Anfahrt dauert regelmäßig lange und das Aufbauen ebenfalls — wer ihn erst anfordert, wenn er gebraucht wird, bekommt ihn zu spät.
Für die Kartenführung folgt daraus eine einfache Regel: Zum Führungsfahrzeug gehört immer die Angabe, wer dort führt und für welchen Bereich. Ein ELW ohne diese Angabe markiert einen Parkplatz. Mit ihr markiert er eine Zuständigkeit, und das ist die Information, wegen der das Zeichen überhaupt auf der Karte steht.