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🐕 FachdienstRettungshunde als taktische Zeichen
Die Rettungshundearbeit ist die einzige Fachaufgabe, die in praktisch jeder Hilfsorganisation mit eigenen Zeichen vertreten ist. Feuerwehr, Sanitätsdienst, Wasserrettung, THW und die eigenständigen Rettungshundeorganisationen führen jeweils eigene Darstellungen.
Das hat einen einfachen Grund. Ein Rettungshundeteam ist keine Technik, die man beschaffen kann, sondern eine über Jahre aufgebaute Fähigkeit. Wer sie hat, bringt sie mit, unabhängig davon, unter welchem Dach er organisiert ist. Auf der Lagekarte bedeutet das, dass die Zeichen für dieselbe Aufgabe in mehreren Organisationsfarben auftauchen können.
Zwei Arten zu suchen
Die wichtigste Unterscheidung ist keine des Zeichens, sondern der Arbeitsweise. Sie bestimmt, wie ein Team eingesetzt wird und was auf der Karte einzutragen ist.
Die Flächensuche. Der Hund sucht ein abgegrenztes Gebiet nach menschlichem Geruch ab, ohne eine bestimmte Person zu suchen. Er zeigt an, wo überhaupt jemand ist. Eingesetzt wird das bei vermissten Personen im Gelände, in Wald und Feld.
Das Mantrailing. Der Hund verfolgt die Spur einer bestimmten Person, ausgehend von einem Geruchsartikel. Er sucht also nicht irgendwen, sondern genau diese eine Person, und folgt dabei ihrem tatsächlichen Weg.
Für die Lageführung ist der Unterschied wesentlich. Eine Flächensuche braucht ein definiertes Gebiet, ein Mantrailer braucht einen bekannten Startpunkt. Dass es für das Mantrailer-Fahrzeug ein eigenes Zeichen gibt, zeigt, wie eigenständig diese Arbeitsweise inzwischen ist.


Die Einheiten
Wie bei allen Fachaufgaben folgt die Gliederung dem üblichen Baukasten. Über dem Grundzeichen zeigen Punkte die Stufe, im Inneren steht das Symbol für die Rettungshundearbeit. Wer die Systematik aus dem Beitrag Aufbau und Grundformen kennt, liest die ganze Reihe, ohne sie einzeln gelernt zu haben.

Die kleinste Einheit. In der Praxis meist ein oder zwei Hundeführer mit ihren Hunden, ergänzt um eine Person für Navigation und Funk.

Die verbreitetste Organisationsform. Der Begriff Rettungshundestaffel bezeichnet umgangssprachlich oft die gesamte örtliche Gruppe, unabhängig von der taktischen Stärke.

Mehrere Teams unter gemeinsamer Führung. Bei größeren Suchlagen die übliche Einsatzgröße, weil ein einzelnes Team nur begrenzte Flächen schafft.

Als Schnelleinsatzgruppe organisiert und über die Leitstelle alarmierbar. Bei einer Vermisstensuche zählt jede Stunde, deshalb ist die schnelle Verfügbarkeit hier besonders wichtig.
Führungsfunktionen
Die Führungsreihe ist vollständig abgebildet, vom Hundeführer bis zum Zugführer. Auf der Lagekarte beantwortet sie die Frage, wer die Suche koordiniert, was bei mehreren gleichzeitig eingesetzten Teams schnell relevant wird.






Fahrzeuge und Material
Rettungshundearbeit braucht weniger Technik als andere Fachdienste, aber der Transport ist eine eigene Aufgabe. Hunde reisen nicht auf der Mannschaftsbank, und bei längeren Lagen brauchen sie Ruhezonen.

Suchgebiete liegen selten an befestigten Straßen. Auf der Karte ist der Zusatz geländegängig deshalb keine Nebensache, sondern entscheidet über die Erreichbarkeit eines Abschnitts.

Bringt Material für längere Einsätze mit, von Funk und Kartenmaterial über Beleuchtung bis zur Versorgung der Hunde.

Als Abrollbehälter ausgeführte Ausstattung. Wird er abgesetzt, ist er ortsfest und gehört als eigenes Zeichen auf die Karte.

Häufig die pragmatische Lösung kleinerer Staffeln. Wenn er abgestellt wurde und das Zugfahrzeug woanders arbeitet, gehört er getrennt eingetragen.





Dieselbe Aufgabe in mehreren Farben
Wer eine Lagekarte einer größeren Suchlage liest, findet Rettungshundezeichen häufig in verschiedenen Organisationsfarben nebeneinander. Das ist kein Fehler, sondern der Normalfall.




Für die Einsatzleitung heißt das zweierlei. Erstens ist die Fähigkeit wichtiger als die Herkunft, denn ein suchendes Team leistet dasselbe, egal welches Emblem darauf steht. Zweitens muss die Führung trotzdem geklärt sein, weil Teams aus verschiedenen Organisationen nicht automatisch derselben Leitung unterstehen. Mehr dazu im Beitrag Führung und Führungsstellen.
Die Suche auf der Lagekarte
Hier liegt die eigentliche Herausforderung, und sie hat wenig mit den Einheitenzeichen zu tun. Bei einer Vermisstensuche ist die zentrale Frage nicht, wo die Teams sind, sondern welche Fläche bereits abgesucht wurde.
Ein Suchgebiet wird dafür in Abschnitte geteilt, die einzeln vergeben und einzeln zurückgemeldet werden. Auf der Karte gehört zu jedem Abschnitt mindestens, welches Team ihn bearbeitet, wann die Suche begonnen hat und mit welchem Ergebnis sie abgeschlossen wurde.




Ein Ergebnis ist dabei selten ein einfaches Ja oder Nein. Üblich ist eine Abstufung: Das Gebiet wurde vollständig abgesucht, es wurde teilweise abgesucht, oder es war aus einem bestimmten Grund nicht durchsuchbar, etwa wegen dichtem Unterholz oder unpassierbarem Gelände. Wer nur zwischen abgesucht und offen unterscheidet, verliert genau die Fälle, die später Probleme machen.
Was die Zeichen nicht abbilden
Für den Kern der Suchlage fehlen dem Katalog eigene Symbole. Es gibt kein Zeichen für ein abgesuchtes Gebiet, keines für die Suchrichtung und keines für die Windrichtung, obwohl der Wind bei der Flächensuche eine ähnlich wichtige Rolle spielt wie beim Vegetationsbrand. Ein Hund arbeitet gegen den Wind, und das bestimmt, wie ein Abschnitt sinnvoll abgelaufen wird.
In der Praxis behilft man sich mit farbigen Flächenmarkierungen und Beschriftungen. Das funktioniert, solange es in der Legende steht. Die Regeln für solche Lücken stehen im Beitrag DV 102: Geschichte, Rechtsgrundlage und Grenzen.
Drei Punkte für die Praxis
- Abschnitte einzeln zurückmelden lassen. Eine Sammelmeldung am Ende der Schicht macht die Karte wertlos, weil bis dahin niemand weiß, wo noch gesucht werden muss.
- Zeiten mitschreiben. Ein vor sechs Stunden abgesuchtes Gebiet ist bei einer beweglichen vermissten Person nicht mehr sicher frei.
- Ruhezeiten einplanen. Ein Suchhund arbeitet nicht beliebig lange konzentriert. Wer die verfügbaren Teams auf der Karte führt, sollte auch führen, welche gerade Pause haben.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Taktische Zeichen im Bevölkerungsschutz, bbk.bund.de
- Feuerwehr-Dienstvorschrift 100: Führung und Leitung im Einsatz