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📜 Rechtsgrundlage

Rechtsgrundlage und Ausblick

Viele kennen taktische Zeichen unter dem Stichwort DV 102. Die Lage ist heute aber vielschichtiger, und das System bewegt sich gerade spürbar. Ein Überblick über Herkunft, aktuellen Stand und die absehbaren Änderungen.

Woher der Name DV 102 kommt

Die Abkürzung DV 102 steht für eine Dienstvorschrift mit der Nummer 102, die sich mit taktischen Zeichen befasst. Historisch gab es eine gemeinsame Vorschrift für Polizei und weitere Bereiche, die diese Zeichen regelte. Als übergreifende, verbindliche Norm wurde sie jedoch bereits im Jahr 1995 außer Kraft gesetzt.

Seitdem sind taktische Zeichen ein offenes System ohne eine einzige verbindliche Vorschrift für alle. Die Organisationen führten eigene Fassungen ein. Bei der Feuerwehr ist von der FwDV 102 die Rede, andere Organisationen wie das Deutsche Rote Kreuz, die DLRG oder das Technische Hilfswerk nutzen jeweils eine organisationseigene DV 102. Alle bewegen sich im selben Grundgerüst, sodass die Zeichen untereinander verständlich bleiben.

Der aktuelle Stand

Die praktische Referenz ist heute die Sammlung Taktische Zeichen im Bevölkerungsschutz, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) herausgibt. Sie bündelt die Zeichen für den nicht polizeilichen Bereich und dient Feuerwehren, Hilfsorganisationen und dem Katastrophenschutz als gemeinsame Grundlage.

Zuständig für die Abstimmung ist der Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung, kurz AFKzV, im Arbeitskreis V der Innenministerkonferenz. Er hat eine überarbeitete Fassung der Taktischen Zeichen im Bevölkerungsschutz zur Einführung im Sinne einer FwDV 102 beziehungsweise als organisationsspezifische DV 102 empfohlen und das BBK gebeten, sie zu veröffentlichen. Diese Empfehlung soll die Grundlage für ein weiter vereinheitlichtes System bilden.

Wichtig: Der Prozess ist in Bewegung. Eine 2025 vorgelegte überarbeitete Fassung wurde nach ihrer Veröffentlichung wieder zurückgezogen. Für den verbindlichen aktuellen Stand lohnt daher immer der Blick auf die Veröffentlichungen des BBK.

Ausblick auf Änderungen

Die Richtung ist klar erkennbar. Es geht um mehr Vereinheitlichung, damit alle Organisationen und möglichst auch die Nachbarländer dieselbe Bildsprache sprechen. Der Leitgedanke ist eine gemeinsame Sprache über alle Führungsebenen hinweg.

Neu hinzugekommen ist ein weiterer Aspekt. Vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen Lage prüft der AFKzV auch eine Angleichung an die Zentralvorschrift A1-160/0 Militärische Zeichen der Bundeswehr. Ziel ist, dass zivile und militärische Kräfte im Bevölkerungsschutz ihre Lagebilder besser zusammenführen können. Für die Praxis bedeutet das, dass sich einzelne Zeichen und Festlegungen in den kommenden Jahren noch verändern können.

Was das für dich bedeutet

Die Grundlogik der Zeichen bleibt stabil. Grundformen, Fachaufgaben und Gliederungsstufen funktionieren weiter wie im Beitrag zum Aufbau beschrieben. Wer die Systematik verstanden hat, kommt mit Anpassungen an einzelnen Zeichen gut zurecht. Für offizielle Lagekarten und die Ausbildung gilt trotzdem, sich an der jeweils gültigen Fassung der eigenen Organisation und an den Empfehlungen des BBK zu orientieren.

Weiterführend

Mehr Hintergrund und die jeweils aktuelle Fassung findest du beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Quellen und weiterführende Informationen