Wissen › 15 Zeichen im Rettungsdienst
🚑 PraxisDie 15 wichtigsten taktischen Zeichen im Rettungsdienst
Im Rettungsdienst und bei Sanitätslagen tauchen bestimmte Zeichen immer wieder auf. Diese 15 solltest du sicher erkennen. Jedes steht hier mit Bedeutung und einem Beispiel aus dem Einsatz.
Die Auswahl reicht von den Fahrzeugen über das Personal bis zu den Einrichtungen, die bei einem Massenanfall von Verletzten aufgebaut werden. Gerade bei größeren Lagen hilft es enorm, diese Zeichen ohne Nachdenken zu lesen. Wer erst überlegen muss, ob ein Zeichen für einen RTW oder einen KTW steht, verliert genau die Zeit, um die es geht.
Fahrzeuge
Diese fünf sagen dir, wie viele Patienten mit welcher Dringlichkeit versorgt und abtransportiert werden können. Auf einer Lagekarte ist das die zentrale Kapazitätsinformation.

Rettungswagen für die Versorgung und den Transport von Notfallpatienten, besetzt mit Notfallsanitäter und Rettungssanitäter. Beispiel: Der erste RTW an der Einsatzstelle beginnt mit der Erstversorgung.

Krankentransportwagen für planbare Transporte. Beim MANV wird er zum Transportmittel für leicht Betroffene. Beispiel: Leichter Verletzte werden mit dem KTW in die Klinik gebracht.

Notarzteinsatzfahrzeug, das die Notärztin oder den Notarzt zur Einsatzstelle bringt und selbst keine Patienten transportiert. Beispiel: Das NEF trifft parallel zum RTW ein.

Notarztwagen, ein Rettungswagen mit fest zugeteiltem Notarzt. Beispiel: Der NAW übernimmt einen kritischen Patienten für den Transport.

Großraumrettungswagen für den Transport mehrerer Patienten gleichzeitig, beim MANV eine Schlüsselressource. Beispiel: Der GRTW fährt mehrere Betroffene auf einmal.
Personal und Einheiten
Bei kleinen Lagen ergibt sich die Zuständigkeit von selbst. Sobald mehrere Rettungsmittel und Organisationen im Spiel sind, beantwortet erst dieser Block die Frage, wer koordiniert.

Kennzeichnet eine Ärztin oder einen Arzt im Einsatz. Beispiel: Am Behandlungsplatz übernimmt ein Arzt die Sichtung der Verletzten.

Schnelleinsatzgruppe, eine schnell verfügbare Einheit der Hilfsorganisationen. Was eine SEG genau kann, unterscheidet sich je nach Kreisverband. Beispiel: Die SEG unterstützt den Rettungsdienst bei einer größeren Lage.

Eine gegliederte Einheit des Katastrophenschutzes aus Sanitäts- und Betreuungskräften. Beispiel: Eine Einsatzeinheit baut den Behandlungsplatz auf.
Zwei Funktionen fehlen in dieser Liste, gehören aber bei jedem MANV dazu. Der Leitende Notarzt und der Organisatorische Leiter Rettungsdienst bilden gemeinsam die Führung des Rettungsdienstes. Ihre Zeichen findest du im Beitrag Führung und Führungsstellen.
Einrichtungen
Diese vier bilden die Kette, die Betroffene von der Schadenstelle bis zum Transport begleitet. Die Reihenfolge ist der Grund für die vielen ähnlich klingenden Bezeichnungen.

Erster geordneter Sammelpunkt nahe der Schadenstelle, an dem eine erste Sichtung stattfindet. Beispiel: Aus dem Gefahrenbereich kommen die Verletzten zunächst zur Patientenablage.

Die zentrale Versorgungseinrichtung, an der gesichtet, behandelt und der Transport vorbereitet wird. Ein BHP 50 ist für 50 Betroffene pro Stunde ausgelegt.

Anlaufstelle für die erste Hilfe und den geordneten Patientenfluss, meist bei kleineren Lagen. Beispiel: An der Unfallhilfsstelle werden leichter Betroffene registriert und versorgt.

Ort, an dem sich unverletzte Betroffene oder Kräfte sammeln. Beispiel: Unverletzte Anwohner werden an einer Sammelstelle betreut.
Personen und Luftrettung

Eine verletzte, zu versorgende Person. Bei mehreren wird die Anzahl an das Zeichen geschrieben. Beispiel: Acht Verletzte an der Patientenablage stehen als ein Zeichen mit der Zahl 8.

Kennzeichnet einen Verstorbenen. Der Eintrag bleibt am Fundort stehen, weil der Ort für die spätere Untersuchung Bedeutung hat.

Luftgebundenes Rettungsmittel für schnelle Hilfe und Transport. Auf der Karte wird meist der Landeplatz eingetragen. Beispiel: Ein kritischer Patient wird in eine Spezialklinik geflogen.
Wie diese Zeichen zusammenwirken
Einzeln gelernt sind das fünfzehn Bilder. Im Zusammenhang ergeben sie ein Ablaufmodell, und genau so prägt man sie sich am besten ein.
Ein Betroffener wird aus dem Gefahrenbereich gebracht und liegt zunächst an der Patientenablage. Dort entscheidet die Sichtung, wie dringlich er ist. Von dort geht es zum Behandlungsplatz, wo behandelt und der Transport vorbereitet wird. Ein Rettungsmittel vom Halteplatz übernimmt ihn und bringt ihn in eine aufnehmende Klinik. Unverletzte Betroffene laufen parallel dazu über die Sammelstelle in die Betreuung.
Diese Kette macht die Lagekarte im Rettungsdienst so nützlich. Häufen sich die Personenzeichen an der Patientenablage, fehlt Transportkapazität nach vorn. Häufen sie sich am Behandlungsplatz, fehlen Rettungsmittel oder aufnehmende Kliniken. Die Karte zeigt den Engpass, bevor ihn jemand meldet.
Die Sichtungskategorien
Personenzeichen und Sichtungskategorien sind zwei getrennte Systeme, die zusammen gelesen werden. Beim MANV werden Betroffene gesichtet und eingeteilt, üblicherweise in vier Stufen von der akuten vitalen Bedrohung bis zu den Betroffenen ohne Überlebenschance. Auf der Karte wird die Aufteilung meist als Zusatz zum Personenzeichen geführt.
Für die Einsatzleitung ist das die entscheidende Information. Zwanzig Betroffene sagen wenig. Zwanzig Betroffene, davon drei in der höchsten Dringlichkeitsstufe, bestimmen die gesamte Transportplanung. Die genaue Ausgestaltung und Farbgebung regeln die Länder und Rettungsdienstbereiche unterschiedlich, mehr dazu im Beitrag Personen und Betroffene.
Die zwei Verwechslungen, die zählen
RTW und KTW. Ähnliche Grundform, sehr unterschiedlicher Einsatzwert. Wer beim Abtransport eines kritischen Patienten mit einem KTW plant, plant falsch. Das ist die wichtigste Unterscheidung in diesem ganzen Block.
Patientenablage und Behandlungsplatz. Beide sammeln Betroffene, aber nur am Behandlungsplatz wird strukturiert behandelt. Wer beides gleichsetzt, überschätzt die vorhandene Versorgungskapazität erheblich.