Wissen › 20 Zeichen der Feuerwehr
🚒 PraxisDie 20 wichtigsten taktischen Zeichen der Feuerwehr
Wenn du diese 20 Zeichen sicher beherrschst, kommst du im Feuerwehrdienst schon sehr weit. Jedes steht hier mit seinem echten Zeichen, der Bedeutung und einem Beispiel aus dem Einsatz.
Die Auswahl deckt die Bereiche ab, die auf fast jeder Lagekarte vorkommen. Führung und Einheiten, die typischen Fahrzeuge, Einrichtungen und Wasserversorgung, dazu Gefahren, Personen und eine wichtige Maßnahme. Wer diese Grundausstattung im Kopf hat, liest die meisten Lagen ohne langes Überlegen.
Führung und Einheiten

Führt den Trupp aus zwei Kräften. Beispiel: Der Angriffstrupp geht unter Atemschutz zur Brandbekämpfung vor, geführt vom Truppführer.

Führt die Gruppe aus neun Kräften, die klassische Grundeinheit. Beispiel: Der Gruppenführer teilt an der Einsatzstelle die Trupps ein.

Führt den Zug aus mehreren Gruppen oder Staffeln. Beispiel: Bei einem größeren Brand koordiniert der Zugführer die eingesetzten Gruppen.

Der Zug für die Brandbekämpfung, meist aus Löschfahrzeugen und Drehleiter. Beispiel: Ein Löschzug rückt zum gemeldeten Gebäudebrand aus.
Löschfahrzeuge

Löschgruppenfahrzeug für eine komplette Gruppe samt Löschtechnik. Beispiel: Das LF 20 stellt die Wasserversorgung her und bringt den ersten Trupp vor.

Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, ein LF mit erweiterter Ausstattung für die technische Hilfe. Beispiel: Beim Verkehrsunfall arbeitet das HLF 20 die eingeklemmte Person heraus.

Tanklöschfahrzeug mit großem Wasservorrat. Beispiel: Bei einem Flächenbrand ohne nahe Wasserstelle sichert das TLF 3000 den ersten Löschangriff.
Sonderfahrzeuge

Hubrettungsfahrzeug für Rettung und Arbeiten in der Höhe. Beispiel: Über die Drehleiter werden Personen aus dem dritten Obergeschoss gerettet.

Einsatzleitwagen für die Arbeit der Führung. Beispiel: Der Gruppen- oder Zugführer leitet vom ELW 1 aus und führt die Lagekarte.

Fahrzeug mit umfangreicher Ausstattung für die technische Hilfe. Beispiel: Der Rüstwagen kommt bei einer schweren technischen Rettung dazu.

Gerätewagen für Einsätze mit gefährlichen Stoffen. Beispiel: Bei einem ausgelaufenen Chemikalienfass rückt der GW-Gefahrgut mit an.
Einrichtung und Wasserversorgung

Ort, an dem sich Kräfte und Fahrzeuge sammeln, bevor sie einen Auftrag bekommen. Beispiel: Nachrückende Kräfte melden sich zuerst im Bereitstellungsraum.

Feste Entnahmestelle für Löschwasser. Beispiel: Der Maschinist stellt die Speisung des LF über den Löschwasserbrunnen sicher.
Gefahren und Schäden

Das Grundzeichen für eine Gefahr an einer Stelle. Beispiel: Ein unklarer Gefahrenbereich wird zunächst mit dem allgemeinen Gefahrenzeichen markiert.

Markiert eine unmittelbar drohende Gefahr an einer Stelle. Beispiel: Neben einem Lager mit brennbaren Stoffen wird die drohende Brandausbreitung so gekennzeichnet.

Steht für eine chemische Gefahr. Beispiel: Beim Austritt eines gefährlichen Stoffes markiert die Führung den Bereich mit diesem Zeichen.

Kennzeichnet ein voll brennendes Objekt. Beispiel: Eine in Vollbrand stehende Halle wird auf der Lagekarte entsprechend dargestellt.
Personen und Maßnahmen

Eine verletzte, zu versorgende Person. Beispiel: Nach der Rettung aus dem Gebäude wird die verletzte Person an der Einsatzstelle verzeichnet.

Eine Person, die noch gesucht wird. Beispiel: Solange eine Bewohnerin nicht gefunden ist, bleibt sie als vermisst eingetragen.

Die Maßnahme, Menschen aus einer Gefahr zu befreien. Beispiel: An der Absturzkante zeigt das Zeichen, dass hier gerade aus der Höhe gerettet wird.
Warum ausgerechnet diese zwanzig?
Der vollständige Satz umfasst mehrere hundert Zeichen. Die Auswahl hier folgt keiner Vorschrift, sondern einer einfachen Frage: Welche Zeichen tauchen auf fast jeder Lagekarte einer normalen Feuerwehr auf?
Daraus ergeben sich drei Ausschlüsse. Zeichen für Einheiten, die es nur in wenigen Landkreisen gibt, fehlen — sie sind richtig, aber selten. Zeichen für Sonderlagen wie ABC-Einsätze oder Höhenrettung fehlen ebenfalls, weil sie erst gebraucht werden, wenn die Grundlagen sitzen. Und alle Zeichen der anderen Organisationen fehlen, obwohl man ihnen im Einsatz begegnet; sie stehen in den jeweils eigenen Beiträgen.
Was bleibt, ist die Schnittmenge: die Führungsebenen, mit denen man täglich zu tun hat, die Fahrzeuge der eigenen Wache, die Wasserversorgung, und die wenigen Gefahren- und Personenzeichen, ohne die keine Lage darstellbar ist. Wer diese zwanzig kann, versteht eine typische Lagekarte — nicht jede, aber die meisten.
Ein Lernweg über eine Woche
Zwanzig Zeichen auf einmal bleiben nicht hängen. Wirksamer ist eine Aufteilung über mehrere Tage, bei der jeder Block zu einem Thema gehört und am Ende wiederholt wird.
- Tag 1 — Führung und Einheiten (1–4). Die Grundlage für alles Weitere, weil sich viele andere Zeichen daraus zusammensetzen.
- Tag 2 — Löschfahrzeuge (5–7). Hier lohnt es sich, die Zeichen mit den Fahrzeugen der eigenen Wache zu verknüpfen. Was steht bei euch in der Halle?
- Tag 3 — Sonderfahrzeuge (8–11). Wiederholung von Tag 1 und 2 vorweg, dann der neue Block.
- Tag 4 — Einrichtung und Wasserversorgung. Diese Zeichen sind auf der Karte am leichtesten zu vergessen, weil sie keinen Fahrzeugbezug haben.
- Tag 5 — Gefahren und Schäden. Der Block mit der größten Wirkung im Einsatz.
- Tag 6 — Personen und Maßnahmen. Danach alle zwanzig einmal am Stück.
- Tag 7 — Anwenden statt abfragen. Eine bekannte Einsatzstelle aus dem eigenen Ausrückebereich auf Papier skizzieren und mit den gelernten Zeichen bestücken.
Der siebte Tag ist der entscheidende. Zeichen, die man nur wiedererkennt, nützen beim Lesen einer Karte. Zeichen, die man selbst gesetzt hat, sitzen anders — und erst dann merkt man, welche einem fehlen. Mehr zu wirksamen Lernwegen steht im Beitrag Taktische Zeichen lernen.
Was danach kommt
Wer die zwanzig sicher hat, erweitert am sinnvollsten in der Richtung, in der er tatsächlich arbeitet. Bei einer Feuerwehr mit vielen technischen Hilfeleistungen sind das die Rüst- und Gerätewagen und die Maßnahmenzeichen. In einer Region mit Hochwasserlagen sind es die Wasser- und Deichzeichen. Wer im Katastrophenschutz mitwirkt, braucht als Nächstes die Einheiten der anderen Organisationen.
Der zweite sinnvolle Schritt hat mit einzelnen Zeichen nichts zu tun: das Bildungsgesetz dahinter. Wer versteht, wie Form, Farbe und Innensymbol zusammenwirken, erschließt sich neue Zeichen selbst, statt sie einzeln zu lernen. Das steht im Beitrag Wie taktische Zeichen aufgebaut sind — und es ist der Punkt, ab dem die Zahl der Zeichen aufhört, eine Rolle zu spielen.