Zeichen › Einrichtungen
🏥 EinrichtungenEinrichtungen und Örtlichkeiten der Versorgung
Diese Zeichen markieren feste Punkte im Gelände. Sie sind kein Beiwerk, sondern die Orte, an denen sich ein Einsatz organisiert und an denen sich der Weg der Betroffenen ablesen lässt.
Bei einer Lage mit vielen Betroffenen entsteht eine Kette von Stationen, die jeder Betroffene durchläuft. Sie beginnt am Schadenort und endet in einer Klinik oder einer Unterkunft. Jede Station dieser Kette hat ein eigenes Zeichen.
Diese Kette ist der Schlüssel zum Verständnis. Von der Verletztenablage nahe am Schadenort geht es zum Behandlungsplatz, wo nach Sichtungskategorie versorgt wird, und von dort über den Halteplatz für Transportfahrzeuge in die Klinik. Unverletzte Betroffene nehmen einen eigenen Weg über die Betreuungsstelle.
Eine gut geführte Lagekarte zeigt diesen Weg räumlich. Jede Stelle, an der er stockt, wird darauf sichtbar, und genau das ist der Zweck der Darstellung. Wo sich Patienten stauen, fehlt entweder Personal oder Transportkapazität.
Verletztenablage und Behandlungsplatz 11
Die Verletztenablage liegt nahe am Schadenort. Dorthin werden Betroffene gebracht, sobald sie aus dem Gefahrenbereich gerettet sind. Sie ist bewusst einfach gehalten, denn ihr Zweck ist das Sammeln und die erste Sichtung, nicht die Behandlung.
Der Behandlungsplatz ist die nächste Station und deutlich aufwendiger. Dort werden Patienten nach Sichtungskategorie geordnet versorgt und für den Transport vorbereitet. Der Aufbau dauert je nach Größe eine halbe bis eine ganze Stunde, weshalb er früh angeordnet werden muss.
Die Angabe arztbesetzt ist der entscheidende Unterschied. Eine arztbesetzte Stelle kann sichten und behandeln, eine nicht arztbesetzte nur sammeln und betreuen. Wer beides auf der Karte gleich behandelt, überschätzt die Versorgungskapazität.
Der Halteplatz für Transportfahrzeuge ist die letzte Station vor dem Abtransport. Er muss so liegen, dass Fahrzeuge vor- und zurückfahren können, ohne sich gegenseitig zu blockieren. Ein Halteplatz in einer Sackgasse bringt den gesamten Abtransport zum Erliegen.











Betreuung und Unterbringung 4
Unverletzte Betroffene brauchen einen eigenen Ort. Nach einer Evakuierung, einem Wohnungsbrand oder einem Hochwasser sind das oft mehr Menschen als Verletzte, und ohne einen festgelegten Sammelpunkt verteilen sie sich unkontrolliert.
Die Betreuungsstelle nimmt sie auf, registriert sie und versorgt sie mit dem Nötigsten. Die Registrierung ist dabei die Aufgabe, die am häufigsten unterschätzt wird. Ohne sie kann später niemand sagen, wer in Sicherheit ist und wer noch vermisst wird.
Bei längeren Lagen kommt die Unterbringung hinzu. Eine Halle oder eine Schule wird zur Notunterkunft, was Betten, Verpflegung, Sanitäranlagen und eine dauerhafte Betreuung verlangt.




Ortsfeste Einrichtungen 5
Diese Zeichen stehen für dauerhaft vorhandene Einrichtungen. Auf einer Übersichtskarte sind sie Orientierungspunkte, bei der Einsatzplanung sind sie Ressourcen.
Das Krankenhaus ist dabei mehr als ein Ziel für den Transport. Bei einem Massenanfall von Verletzten ist die Aufnahmekapazität der umliegenden Kliniken die Größe, die den Abtransport begrenzt. Sie wird über die Leitstelle abgefragt und gehört auf die Übersichtskarte, sonst werden Patienten in eine Klinik gebracht, die keine mehr aufnehmen kann.
Die allgemeinen Zeichen für Gebäude und Raum werden verwendet, wenn eine Örtlichkeit gekennzeichnet werden soll, für die es kein eigenes Zeichen gibt. Sie brauchen dann eine Beschriftung.





Wasserrettung und polizeiliche Einrichtungen 3
Wasserrettungsstationen sichern Badestellen und Gewässerabschnitte. Die stationäre Station ist dauerhaft eingerichtet, die mobile wird für eine Veranstaltung oder eine Lage aufgebaut.
Die Gefangenensammelstelle ist eine polizeiliche Einrichtung und kommt bei Versammlungslagen vor. Sie erscheint auf einer gemeinsamen Lagekarte, weil auch dort Betroffene versorgt werden müssen und weil ihre Lage die Verkehrsführung beeinflusst.



Den Weg der Betroffenen sichtbar machen
Wer diese Zeichen einträgt, sollte sie in der Reihenfolge lesen können, in der ein Betroffener sie durchläuft. Vom Schadenort zur Verletztenablage, weiter zum Behandlungsplatz, von dort zum Halteplatz und in die Klinik.
Stimmt diese Reihenfolge räumlich nicht, entstehen Kreuzungen, an denen sich Trage- und Fahrwege überschneiden. Das kostet Zeit und führt zu Verwechslungen. Bei der Festlegung der Örtlichkeiten lohnt es sich deshalb, den Weg einmal gedanklich abzugehen, bevor der Aufbau beginnt.
Die Einheiten, die diese Einrichtungen betreiben, stehen bei den Einheiten des Sanitätsdienstes. Eine ausführliche Darstellung steht im Beitrag Die wichtigsten Zeichen im Rettungsdienst.
Prüfliste: Steht die Einrichtung vollständig auf der Karte?
Einrichtungen sind Orte mit einer Aufgabe. Damit sie auf der Karte funktionieren, braucht jede von ihnen mehr als ihr Symbol.
- Wer betreibt sie? Eine Einrichtung entsteht nicht von selbst, sie wird einer Einheit als Auftrag zugewiesen. Ohne diese Angabe ruft die Einsatzleitung dort ins Leere.
- Welche Kapazität? Bei Behandlungsplätzen ist das die Leistungsangabe, bei Bereitstellungsräumen die Zahl der wartenden Einheiten, bei Unterkünften die Zahl der Plätze. Ohne Zahl lässt sich nicht rechnen.
- Wie ist die Zufahrt? Jede Einrichtung braucht einen Weg hin und einen weg. Bei Behandlungsplatz und Halteplatz entscheidet das über den Durchsatz, beim Bereitstellungsraum über die Frage, ob er sich überhaupt leeren lässt.
- Liegt sie sicher? Außerhalb des Gefahrenbereichs, im Luv bei Gefahrstofflagen, oberhalb der erwarteten Wasserlinie bei Hochwasser. Eine Einrichtung, die verlegt werden muss, kostet mehr als eine, die gleich richtig steht.
- Ist die Nachbarschaft geklärt? Einrichtungen bilden Ketten. Zur Patientenablage gehört der Behandlungsplatz, zu diesem der Halteplatz für Transportmittel. Fehlt ein Glied, staut es sich an der Stelle davor.
- Wurde sie verlegt? Dann muss sie am alten Ort gelöscht sein. Zwei Behandlungsplätze auf der Karte, von denen nur einer existiert, sind schlimmer als gar keine Eintragung.
Besonders die dritte Frage wird unterschätzt. Eine Einrichtung wird meist nach dem Platzangebot ausgewählt und nicht nach der Zufahrt — und fällt dann im Betrieb aus, weil das erste rückwärts einparkende Fahrzeug alles blockiert.