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đïž EinrichtungenEinrichtungen im Einsatz
Bei gröĂeren Lagen entstehen an der Einsatzstelle feste Orte mit einer klaren Aufgabe. Eigene Zeichen machen sie auf der Lagekarte sichtbar, vom Bereitstellungsraum bis zum Behandlungsplatz. Wer diese Zeichen kennt, versteht sofort, wie eine Einsatzstelle organisiert ist.
Je umfangreicher ein Einsatz wird, desto wichtiger ist die rĂ€umliche Ordnung. KrĂ€fte mĂŒssen sich sammeln, Verletzte versorgt werden, Fahrzeuge dĂŒrfen die Zufahrt nicht blockieren. FĂŒr diese Aufgaben richtet die FĂŒhrung feste Einrichtungen ein und trĂ€gt sie in die Lagekarte ein. Eine Kraft, die zwei Stunden spĂ€ter eintrifft, findet sich damit ohne lange ErklĂ€rung zurecht.
Bereitstellungsraum
Der Bereitstellungsraum ist der Ort, an dem nachrĂŒckende KrĂ€fte und Fahrzeuge warten, bis sie einen Auftrag bekommen. Er ist die vielleicht unterschĂ€tzteste Einrichtung ĂŒberhaupt.
Der Grund ist einfach. Ohne Bereitstellungsraum fahren alle alarmierten Fahrzeuge direkt zur Einsatzstelle, verstopfen die Zufahrt und binden FĂŒhrungskapazitĂ€t, weil jede Besatzung nach einem Auftrag fragt. Mit Bereitstellungsraum hat die Einsatzleitung eine geordnete Reserve an einem bekannten Ort. Auf der Lagekarte gehört deshalb neben das Zeichen auch die Angabe, welche KrĂ€fte dort tatsĂ€chlich stehen.
Bei der Wahl des Ortes zĂ€hlen vier Dinge: Er muss groĂ genug fĂŒr die erwarteten Fahrzeuge sein, eine getrennte Zu- und Abfahrt haben, ĂŒber Funk erreichbar sein und weit genug von der Schadenstelle entfernt liegen, um von ihr nicht betroffen zu werden. Schulhöfe, ParkplĂ€tze von EinkaufsmĂ€rkten und Sportanlagen erfĂŒllen das meistens. Eine schmale AnliegerstraĂe erfĂŒllt es nie, auch wenn sie dichter liegt.
Auf der Karte gehört zum Bereitstellungsraum eine laufend gepflegte Liste. Ein Zeichen allein sagt nur, dass es ihn gibt. Erst der Zusatz, welche Einheiten dort stehen und seit wann, macht ihn zu einer Reserve, mit der die Einsatzleitung planen kann. Bei lĂ€ngeren Lagen wird dafĂŒr eine eigene Kraft abgestellt, die den Raum fĂŒhrt und Abfahrten meldet.
Der Patientenfluss beim Massenanfall von Verletzten
Beim MANV bilden mehrere Einrichtungen eine Kette, die Betroffene von der Schadenstelle bis zum Transport begleitet. Diese Kette ist der Grund, warum es so viele Àhnlich klingende Zeichen gibt. Jede Station hat eine andere Aufgabe.

Erster geordneter Sammelpunkt in unmittelbarer NĂ€he der Schadenstelle. Hier werden Betroffene abgelegt, die aus dem Gefahrenbereich gebracht wurden, und eine erste Sichtung findet statt.

Je nach Organisation die gleichbedeutende oder eine ergÀnzende Bezeichnung. Es gibt sie auch in arztbesetzter Form, was auf der Karte einen erheblichen Unterschied bedeutet.

Die zentrale Versorgungseinrichtung. Hier werden Verletzte gesichtet, behandelt und fĂŒr den Transport vorbereitet. Ein BHP 50 ist fĂŒr 50 Betroffene pro Stunde ausgelegt.

Anlaufstelle fĂŒr die erste Hilfe und die Ordnung des Patientenflusses, meist bei kleineren Lagen oder als vorgeschaltete Stufe.

Hier warten RTW und KTW auf ihren Transportauftrag. Der Halteplatz verhindert, dass Rettungsmittel den BHP zustellen.

Das Ziel der Transportkette. Auf groĂflĂ€chigen Lagekarten werden die aufnehmenden Kliniken mit ihren freien KapazitĂ€ten eingetragen.
Wer diese Kette auf der Karte sauber fĂŒhrt, erkennt EngpĂ€sse, bevor sie zum Problem werden. Stauen sich die Zeichen fĂŒr Betroffene an der Patientenablage, fehlt TransportkapazitĂ€t zum BHP. Stauen sie sich am BHP, fehlen Rettungsmittel oder aufnehmende Kliniken.
Betreuung und Unterbringung
Bei Evakuierungen und langen Lagen kommen Einrichtungen fĂŒr unverletzte Betroffene hinzu. Sie werden auf Lagekarten hĂ€ufig vergessen, obwohl sie oft die meisten Menschen betreffen.
Der Unterschied zwischen Sammelplatz, Betreuungsstelle und Unterkunft ist eine Frage der Dauer. Der Sammelplatz ist der erste geordnete Ort, an dem Betroffene ankommen; dort wird gezĂ€hlt und registriert, mehr nicht. Die Betreuungsstelle hĂ€lt sie fĂŒr Stunden: Sitzgelegenheiten, GetrĂ€nke, WĂ€rme, eine Ansprechperson. Die Unterkunft ist fĂŒr die Nacht gedacht und braucht Feldbetten, SanitĂ€ranlagen und eine Verpflegung, die ĂŒber Kaffee hinausgeht.
FĂŒr die Lagekarte hat das eine Folge, die hĂ€ufig unterschĂ€tzt wird: Diese drei Einrichtungen liegen in der Regel nicht am selben Ort und sind ĂŒber Transporte verbunden. Wer nur ein Zeichen setzt, verdeckt genau die Transportleistung, die zwischen ihnen anfĂ€llt und die bei einer Evakuierung von mehreren hundert Menschen den Löwenanteil der KrĂ€fte bindet.
Ein zweiter Punkt betrifft die Registrierung. Sobald Betroffene einen Sammelplatz erreichen, beginnt die Auskunftspflicht gegenĂŒber Angehörigen. Auf der Karte wird deshalb vermerkt, wo die Registrierung lĂ€uft â meist am Sammelplatz, gelegentlich an einer eigenen Auskunftsstelle. Fehlt dieser Vermerk, sucht die Einsatzleitung im entscheidenden Moment nach Listen, die niemand fĂŒhrt.
Einrichtungen bei Gefahrstofflagen
Der Dekon-Platz ist die Schleuse zwischen dem kontaminierten und dem sauberen Bereich. Seine Lage auf der Karte ist keine Formsache, weil sie die Grenze zwischen den Bereichen definiert. Alles, was sich hinter dem Dekon-Platz befindet, gilt als sauber.
Daraus folgt eine Reihenfolge, die sich auf der Karte ablesen lassen muss. Der Dekon-Platz wird aufgebaut, bevor die ersten KrĂ€fte in den Gefahrenbereich vorgehen, nicht danach. FĂŒr die Einsatzleitung ist das eine harte Bedingung: Solange das Zeichen fehlt, gibt es keinen geregelten RĂŒckweg, und ein Auftrag in den Gefahrenbereich ist nicht verantwortbar.
FĂŒr EinsatzkrĂ€fte und Betroffene werden getrennte Dekon-Linien betrieben. Die Dekontamination von Verletzten dauert lĂ€nger, braucht mehr Personal und verlangt eine Ă€rztliche Begleitung. Wer beides auf der Karte in einem Zeichen zusammenfasst, unterschĂ€tzt den KrĂ€ftebedarf regelmĂ€Ăig um ein Vielfaches.
Der Hubschrauberlandeplatz gehört ebenfalls zu den Einrichtungen, deren Position genau stimmen muss. Er braucht eine gesicherte, hindernisfreie FlĂ€che, und andere KrĂ€fte mĂŒssen wissen, wo sie ist. Als Faustwert gelten rund 30 mal 30 Meter ohne Oberleitungen und lose GegenstĂ€nde, dazu eine Einweisung und eine Absperrung. Bei Dunkelheit kommt die Ausleuchtung hinzu, die selbst wieder KrĂ€fte bindet â ein gutes Beispiel dafĂŒr, wie eine einzelne Einrichtung auf der Karte eine ganze Kette von AuftrĂ€gen nach sich zieht. Die zugehörigen Zeichen stehen bei den Ărtlichkeiten.
Ortsfeste Einrichtungen
Neben den Einrichtungen, die fĂŒr einen Einsatz entstehen, gibt es Zeichen fĂŒr dauerhaft vorhandene Objekte. Sie werden vor allem auf Karten fĂŒr die Einsatzvorbereitung und bei FlĂ€chenlagen verwendet.
Der Unterschied zu den ĂŒbrigen Einrichtungen ist grundsĂ€tzlich: Ortsfeste Zeichen beschreiben etwas, das ohne den Einsatz existiert und nach ihm weiter existiert. Sie werden nicht eingerichtet, sondern genutzt. Auf einer Einsatzkarte stehen sie deshalb von Anfang an, wĂ€hrend alle anderen Einrichtungen erst im Verlauf entstehen.
Praktischen Wert haben sie in zwei Situationen. Bei der Einsatzvorbereitung zeigen sie, welche Infrastruktur in einem Gebiet ĂŒberhaupt vorhanden ist â ein GerĂ€tehaus mit Stromanschluss und Toiletten ist bei einer FlĂ€chenlage ein möglicher Bereitstellungsraum, eine Wasserrettungsstation ein möglicher Ausgangspunkt fĂŒr BootseinsĂ€tze. Bei FlĂ€chenlagen dienen sie als Bezugspunkte fĂŒr Ortsangaben, die auch ortsunkundige KrĂ€fte finden.
Eine EinschrĂ€nkung gehört dazu: Ortsfeste Zeichen werden schnell veraltet. Ein GerĂ€tehaus wird verlegt, eine Dienststelle geschlossen. Karten fĂŒr die Einsatzvorbereitung brauchen deshalb einen Stand, und zwar sichtbar auf der Karte selbst.
Die Zahl am Zeichen
Mehrere Einrichtungen tragen eine Leistungsangabe, und die ist keine SchĂ€tzung, sondern eine PlanungsgröĂe. Ein BHP 50 ist darauf ausgelegt, 50 Betroffene pro Stunde zu sichten, zu behandeln und transportfĂ€hig zu machen. Ein BHP 25 schafft die HĂ€lfte. Die Zahl sagt damit nicht, wie viele Menschen dort Platz finden, sondern wie schnell sie wieder abflieĂen.
FĂŒr die FĂŒhrung ist das die entscheidende Rechnung. Bei 120 Betroffenen und einem BHP 50 dauert die Abarbeitung rund zweieinhalb Stunden â vorausgesetzt, es stehen genug Transportmittel bereit, um den Ausgang offen zu halten. Fehlen die, lĂ€uft der Behandlungsplatz voll, und die zusĂ€tzliche KapazitĂ€t nĂŒtzt nichts.
Deshalb gehören auf eine ordentlich gefĂŒhrte MANV-Karte drei Zahlen zusammen: die Zahl der Betroffenen, die Leistung des Behandlungsplatzes und die verfĂŒgbaren Transportmittel am Halteplatz. Stimmt eine davon nicht mit den anderen ĂŒberein, ist der Engpass gefunden, bevor er sich als Stau bemerkbar macht.
Wer richtet eine Einrichtung ein?
Eine Einrichtung entsteht nicht von selbst. Sie wird von der Einsatzleitung angeordnet, einer Einheit als Auftrag zugewiesen und von dieser betrieben. Auf der Karte stehen deshalb streng genommen zwei Informationen an einer Stelle: die Einrichtung selbst und die Einheit, die sie fĂŒhrt.
In der Praxis wird das oft verkĂŒrzt, und das rĂ€cht sich beim ersten RĂŒckfragen. Wenn niemand weiĂ, wer den Bereitstellungsraum fĂŒhrt, ruft die Einsatzleitung dort ins Leere. Der Zusatz kostet beim Eintragen fĂŒnf Sekunden und erspart im Verlauf eine Reihe von FunksprĂŒchen.
Bei Einrichtungen, die ĂŒber mehrere Stunden betrieben werden, kommt die Ablösung hinzu. Wer eine Betreuungsstelle fĂŒr die Nacht offenhĂ€lt, braucht eine zweite Schicht, und die muss geplant sein, bevor die erste mĂŒde wird. Auf der Karte wird das selten dargestellt, gehört aber in die Lagemeldung.
Warum eigene Zeichen sinnvoll sind
Einrichtungen Àndern sich im Verlauf eines Einsatzes. Ein Bereitstellungsraum wird verlegt, ein Behandlungsplatz wÀchst, eine neue Anlaufstelle kommt hinzu. Weil jede Einrichtung ein eindeutiges Zeichen hat, bleibt die Lagekarte auch bei vielen Elementen lesbar.
Wichtig ist dabei die Disziplin beim Verlegen. Eine Einrichtung, die umgezogen ist, muss am alten Ort gelöscht und am neuen eingetragen werden. Zwei BehandlungsplÀtze auf der Karte, von denen nur einer existiert, sind schlimmer als gar keine Eintragung.