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🚐 FahrzeugeWeitere Fahrzeuge als taktische Zeichen
Diese Kategorie fasst die Fahrzeuge zusammen, die sich keiner der großen Gruppen zuordnen lassen. Sie reicht vom Fahrrad bis zum Wechselladerfahrzeug mit Kran.
Die Vielfalt dieser Kategorie hat einen einfachen Grund. Im Katastrophenschutz arbeiten viele Organisationen mit sehr unterschiedlichen Aufgaben, und jede hält Fahrzeuge vor, die zu ihrer Aufgabe passen. Was für die Wasserrettung selbstverständlich ist, kommt bei der Feuerwehr nicht vor.
Für die Lagekarte gilt dabei dieselbe Grundregel wie überall: Das Fahrzeugzeichen sagt, welche Technik vor Ort ist. Ob sie auch bedient werden kann, sagt erst das Einheitenzeichen daneben.
Eine zweite Regel betrifft die Kennzeichnung geländegängig. Sie taucht in dieser Kategorie besonders oft auf und ist keine Nebensache. Bei Hochwasser, nach Unwettern und bei Vegetationsbränden entscheidet sie darüber, ob ein Fahrzeug die Einsatzstelle überhaupt erreicht.
Allgemeine Fahrzeugzeichen und Kleinfahrzeuge 8
Die allgemeinen Zeichen werden verwendet, wenn der genaue Fahrzeugtyp offen bleibt oder für die Lage keine Rolle spielt. Auf einer Übersichtskarte einer Flächenlage ist das oft angemessen.
Die Kleinfahrzeuge werden regelmäßig unterschätzt. Krad und Fahrrad kommen dort durch, wo größere Fahrzeuge im Stau stehen, und werden bei Veranstaltungen und in Innenstädten eingesetzt. Quad und ATV erreichen unwegsames Gelände, das für Straßenfahrzeuge nicht befahrbar ist.
Bei Vegetationsbränden und bei Vermisstensuchen in Wald und Feld sind Quads oft das schnellste Mittel, um Kräfte und Material zu bewegen. Auf der Karte sind sie deshalb mehr als eine Randnotiz.








Mannschafts- und Mehrzweckfahrzeuge 11
Mannschaftstransportwagen bringen Personal an die Einsatzstelle. Bei Lagen, die über Stunden laufen, sind sie zugleich das Mittel, mit dem abgelöste Kräfte zurückgefahren werden.
Die Varianten mit Zusatz sind auf eine Aufgabe hin ausgestattet. Ein MTW Betreuung führt Material für die Versorgung Betroffener mit, ein MTW Verpflegung entsprechend für die Verpflegung. Die Fahrzeuge für die psychosoziale Notfallversorgung dienen zugleich als geschützter Raum für Gespräche.
Der Kraftomnibus kommt bei Evakuierungen zum Einsatz. Wenn viele unverletzte Menschen aus einem Bereich gebracht werden müssen, ist er das wirksamste Mittel. Auf der Karte braucht er einen Halteplatz mit ausreichend Platz zum Wenden, was in Wohngebieten die eigentliche Schwierigkeit ist.











Führung, Fernmeldung und Prüfung 5
Diese Zeichen entsprechen in der Aufgabe den Einsatzleitwagen und werden von anderen Organisationen verwendet. Die Abstufung von 1 bis 3 folgt derselben Logik: Je größer die Lage, desto mehr Arbeitsplätze und Funkverkehr müssen abgedeckt werden.
Der Fernmeldekraftwagen stellt Verbindungen her. Bei Lagen in Funkschattenbereichen und bei Ausfall der öffentlichen Netze ist das eine eigene Aufgabe, ohne die keine Führung funktioniert.
Weitere Führungsfahrzeuge stehen bei den Einsatzleitwagen und Führungsfahrzeugen.





Fahrzeuge der Wasserrettung 9
Diese Fahrzeuge bringen Ausrüstung und Personal der Wasserrettung an das Gewässer. Der Taucherbasiskraftwagen ist zugleich der Ort, an dem sich Taucher ausrüsten und nach dem Einsatz wieder ablegen.
Bei den Fahrzeugen der Strömungsrettung ist die Geländegängigkeit besonders wichtig. Bei Hochwasser sind Uferwege aufgeweicht oder überflutet, und ein Fahrzeug, das nur auf befestigten Straßen fährt, kommt an den Einsatzort nicht heran.
Das Bootsgruppenfahrzeug zieht in der Regel einen Bootsanhänger und bringt zugleich die Besatzung mit. Auf der Karte gehört es an die Slipstelle, weil dort das Boot zu Wasser gelassen wird und das Gespann Platz zum Rangieren braucht.









Gerätewagen und technische Fahrzeuge 8
Die Logistikfahrzeuge bringen Nachschub. Bei Lagen über mehrere Schichten ist das eine eigene Aufgabe, die früh organisiert werden muss, weil Verbrauchsmaterial schneller ausgeht als erwartet.
Die Fahrzeuge für Fernerkundung tragen Messtechnik und Kameras und verschaffen ein Bild von Bereichen, die nicht betreten werden können. Bei Gefahrstofflagen und großflächigen Schadenlagen ist das die Grundlage für die Abgrenzung des Gefahrenbereichs.
Das Werkstattfahrzeug hält Gerät instand, die mobile Unfallhilfsstelle versorgt Verletzte vor Ort. Der Gerätewagen Sanität bringt Material für die Versorgung mehrerer Patienten.








Dekontamination von Verletzten 2
Die Dekontamination von Verletzten ist eine der anspruchsvollsten Aufgaben bei einer Gefahrstofflage. Anders als Einsatzkräfte können Verletzte nicht selbstständig gehen und müssen liegend behandelt werden, während sie gleichzeitig dekontaminiert werden.
Das verlangt eigenes Gerät, eigenes Personal und eine eigene Führung, weshalb es dafür ein separates Führungsfahrzeug gibt. Auf der Karte gehört diese Stelle an die Grenze des Gefahrenbereichs und in unmittelbare Nähe des Behandlungsplatzes, denn der Weg dazwischen muss kurz sein.


Bau- und Räumtechnik 6
Kran und Radlader bewegen schwere Lasten. Nach Unwettern, bei Einsturzlagen und bei Verkehrsunfällen mit Lastwagen sind sie die Technik, ohne die nichts geht.
Für den Einsatz eines Krans ist die Aufstellfläche entscheidend. Sie muss tragfähig und eben sein, und der Schwenkbereich muss frei von Hindernissen und Leitungen sein. Diese Fläche gehört auf die Karte, bevor der Kran anrückt.
Das Wechselladerfahrzeug ist die Zugmaschine für Abrollbehälter und allein wenig aussagekräftig. Erst zusammen mit dem Zeichen des Behälters steht auf der Karte, welche Fähigkeit vor Ort ist. Die Behälter stehen bei den Abrollbehältern.






Weitere Spezialfahrzeuge 7
Betreuungs-LKW und Küchenkraftwagen versorgen Betroffene und Einsatzkräfte. Bei Lagen über mehrere Tage entscheidet diese Versorgung über das Durchhaltevermögen, und zwar spürbarer, als es vorher scheint.
Beleuchtungsfahrzeug und Lichtmastkraftwagen machen Nachtarbeit möglich. Der Unfallsicherungskraftwagen sichert Einsatzstellen an Straßen ab und schützt damit vor einer der größten Gefahren im Einsatz überhaupt, dem fließenden Verkehr.
Die Fahrzeuge für Diensthunde und Mantrailer bringen Hundeteams an den Einsatzort. Der Mantrailer verfolgt die individuelle Spur einer bestimmten Person, was ihn von Flächen- und Trümmersuchhunden unterscheidet.







Geländegängigkeit ist eine Lageinformation
Auffällig an dieser Kategorie ist, wie oft die Kennzeichnung geländegängig vorkommt. Das ist kein Zufall. Im Katastrophenschutz sind die Einsatzstellen häufig nicht über befestigte Straßen erreichbar.
Für die Lageführung folgt daraus eine praktische Anwendung. Wenn auf der Karte vermerkt ist, welche Zufahrten befahrbar sind, und bei den Fahrzeugen, welche geländegängig sind, lässt sich vor der Anforderung prüfen, ob ein Fahrzeug den Einsatzort überhaupt erreicht.
Die Zeichen für die Befahrbarkeit von Wegen stehen bei den Gefahren und Schäden.
Begriffe, die auseinandergehalten werden müssen
Diese Kategorie sammelt, was sich anderswo nicht einordnen lässt. Entsprechend häufig sind hier Verwechslungen.
- MTW und MTF
- Mannschaftstransportwagen und Mannschaftstransportfahrzeug bezeichnen praktisch dasselbe: Personaltransport ohne nennenswerte Beladung. Die Bezeichnung unterscheidet sich je nach Organisation und Bundesland. Auf der Karte zählt die Funktion, nicht das Kürzel.
- MTF und ELW
- Ein Unterschied, der zählt. Beide sehen ähnlich aus, aber nur der ELW ist ein Führungsmittel mit Arbeitsplätzen und Funk. Ein MTF als Führungsstelle einzutragen behauptet eine Arbeitsfähigkeit, die nicht besteht.
- Geländefähig und geländegängig
- Geländefähig bedeutet: kommt über befestigte Feldwege und leichtes Gelände. Geländegängig bedeutet: Allradantrieb, Differenzialsperren, größere Bodenfreiheit. Bei Vegetationsbränden und Hochwasserlagen entscheidet diese Eigenschaft darüber, ob ein Fahrzeug einen Einsatzort überhaupt erreicht — sie gehört deshalb als Zusatz an das Zeichen.
- Fahrrad und Kraftrad
- Beide haben eigene Zeichen und beide werden ernsthaft eingesetzt: Krafträder zur Erkundung und Lotsung bei Großveranstaltungen, Fahrräder in Fußgängerzonen und auf Deichen, wo kein Fahrzeug fahren kann. Bei Deichkontrollen sind Radtrupps das übliche Mittel.
Ein Hinweis zur Nutzlast, der über diese Kategorie hinausgeht: Bei Lastkraftwagen und Ladetechnik ist die Angabe der Tonnage kein Detail. Ein LKW mit Ladebordwand kann etwas, was ein LKW ohne nicht kann — und ob ein Kran eine bestimmte Last bei einer bestimmten Ausladung hebt, ist eine Rechnung, keine Schätzung. Wo solche Fahrzeuge auf der Karte stehen, gehört die Leistungsangabe dazu.