Zeichen › Boote und Wasserfahrzeuge
🚤 WasserfahrzeugeBoote und Wasserfahrzeuge als taktische Zeichen
Boote sind bei Hochwasser und bei Unglücken am Wasser das entscheidende Mittel. Welches Boot wo eingesetzt werden kann, hängt stark vom Gewässer ab, und genau das unterscheiden die Zeichen.
Bei einem Landfahrzeug genügt meist die Angabe der Bauart. Bei einem Boot reicht das nicht, weil die Einsatzmöglichkeit vom Gewässer abhängt. Ein Boot, das auf einem stehenden See sicher arbeitet, kann in schnell fließendem Hochwasser lebensgefährlich sein.
Deshalb ist die Unterscheidung der Bootstypen auf der Lagekarte keine Formsache. Sie entscheidet darüber, welche Aufgabe an welcher Stelle vergeben werden kann. Eine Einsatzleitung, die drei Boote eingetragen hat, muss wissen, welches davon in die Strömung darf.
Dazu kommt ein zweiter Punkt, der leicht übersehen wird. Jedes Boot braucht eine Einsatzstelle am Ufer, an der es zu Wasser gelassen wird. Diese Slipstelle gehört auf die Karte, weil sie Zufahrt und Platz für das Zugfahrzeug beansprucht.
Bei Hochwasser ist die Suche nach einer geeigneten Slipstelle regelmäßig Teil der Erkundung. Gewohnte Stellen sind dann selbst überflutet, Uferwege aufgeweicht und Zufahrten gesperrt. Wer eine brauchbare Stelle gefunden hat, sollte sie eintragen, denn jedes weitere Boot kann sie nutzen.
Ein dritter Punkt betrifft die Besatzung. Ein Boot ohne ausreichend qualifizierte Besatzung ist auf der Karte eine irreführende Angabe. Bootsführer brauchen eine eigene Ausbildung, und für den Einsatz in Strömung gelten zusätzliche Anforderungen. Deshalb gehört zu jedem eingetragenen Boot auch die Einheit, die es besetzt.
Motorrettungsboote 6
Das Motorrettungsboot ist das Arbeitspferd der Wasserrettung. Die Kategorien 1 bis 5 stufen die Boote nach Größe, Motorisierung und dem Gewässer ab, auf dem sie eingesetzt werden dürfen. Die niedrigen Kategorien sind für kleinere und ruhigere Gewässer gedacht, die höheren für große Seen, Ströme und schwierige Bedingungen.
Für die Lageführung ist diese Abstufung die wichtigste Information dieser ganzen Kategorie. Wer bei Hochwasser an einem stark strömenden Fluss ein Boot der unteren Kategorien einsetzt, gefährdet die eigene Besatzung. Die Kategorie im Zeichen macht diese Grenze auf der Karte sichtbar.






Boote für Rettung und Transport 6
Das Schlauchboot ist leicht, schnell verlegbar und kommt auch dort ins Wasser, wo keine Slipstelle vorhanden ist. Es wird getragen, was bei überfluteten Straßen oft der einzige Weg zum Einsatzort ist.
Das IRB, das Inflatable Rescue Boat, ist ein motorisiertes Schlauchboot der Wasserrettung und für den schnellen Zugriff bei Badeunfällen gedacht. Das Hochwasserboot ist flach gebaut und für überflutete Bereiche mit geringer Wassertiefe und Hindernissen unter der Oberfläche ausgelegt.
Das Mehrzweckboot ist größer und übernimmt Transportaufgaben. Bei einer Evakuierung über Wasser ist die Zahl der Personen, die ein Boot je Fahrt aufnehmen kann, die Größe, an der die gesamte Planung hängt.






Arbeitsgerät auf dem Wasser 6
Nicht jedes Wasserfahrzeug dient der Rettung. Arbeitsplattform und Mehrzweckponton schaffen eine stabile Fläche auf dem Wasser, von der aus gearbeitet werden kann. Beim Brückenbau, bei Arbeiten an Ufern und beim Bergen größerer Gegenstände sind sie die Voraussetzung dafür, dass überhaupt etwas geht.
Das Luftkissenboot ist ein Sonderfall. Es fährt über Wasser, Eis, Schlick und flache Uferbereiche gleichermaßen und ist damit dort im Vorteil, wo weder Boot noch Fahrzeug weiterkommen. Bei Eisunfällen ist es oft das einzige geeignete Mittel.
Die Zeichen für Ölabwehr fassen das Gerät zusammen, mit dem eine Ölverschmutzung auf einem Gewässer eingegrenzt und aufgenommen wird. Auf der Karte gehören sie an die Stelle, an der die Sperre liegt, denn deren Position entscheidet über den Erfolg.






Was zu einem Bootseinsatz auf die Karte gehört
Ein eingetragenes Boot allein sagt wenig. Vollständig wird das Bild erst mit drei weiteren Angaben: der Slipstelle, an der das Boot zu Wasser gelassen wird, dem Bereich, in dem es arbeitet, und der Einheit, die es besetzt.
Bei Hochwasserlagen kommt die Fließrichtung dazu. Sie bestimmt, wo ein Boot sicher ansetzen kann und wohin Treibgut wandert. Die Zeichen dafür stehen bei den Markierungen. Die Einheiten, die diese Boote besetzen, finden sich bei den Einheiten der Wasserrettung.
Ein Einsatz, in dem diese Zeichen den Unterschied machen
Bei einer Hochwasserlage ist das Boot selten das Problem. Das Problem ist alles drumherum — und genau das macht die Karte sichtbar.
Lage. Ein Ortsteil steht unter Wasser, rund vierzig Gebäude betroffen. Mehrere Bewohner haben sich in Obergeschosse zurückgezogen und sollen geholt werden. Zwei Motorrettungsboote und ein Schlauchboot sind im Einsatz.
Die Slippstelle. Boote kommen nicht dort ins Wasser, wo sie gebraucht werden, sondern wo es eine befestigte, ausreichend flach abfallende Zufahrt gibt. Diese Stelle wird eingetragen, denn sie ist der einzige Weg für Wechsel, Betankung und Ablösung. Sie braucht Platz, Beleuchtung und eine geregelte Zufahrt.
Der Transferpunkt. Geborgene Personen werden nicht bis zum Sammelplatz gefahren, sondern an einer trockenen Stelle übergeben und dort weitertransportiert. Dieser Übergabepunkt ist eine eigene Eintragung und bindet eigene Kräfte — Betreuung, Registrierung, Fahrzeuge.
Die Reihenfolge. Vierzig Gebäude lassen sich nicht gleichzeitig anfahren. Auf der Karte wird deshalb markiert, welche Gebäude kontrolliert sind und welche nicht. Ohne diese Markierung fährt das zweite Boot dieselbe Straße ab wie das erste.
Aus dem Beispiel folgt eine Regel, die für alle Bootseinsätze gilt: Ein Bootszeichen allein ist fast wertlos. Erst zusammen mit Slippstelle, Transferpunkt und der Abarbeitungsmarkierung entsteht ein Bild, aus dem sich führen lässt.
Der zweite Punkt betrifft die Bootsklasse. Ein Motorrettungsboot fährt gegen Strömung, ein Schlauchboot nur bedingt. In einer Straße mit stehendem Wasser ist das gleichgültig, an einem durchströmten Abschnitt entscheidet es über die Einsetzbarkeit. Deshalb gehört zur Bootseintragung die Klasse — und bei fließendem Wasser die Strömungsrichtung daneben.