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📌 Markierungen

Markierungen und Hinweise

Markierungen sind eine eigene Art von Zeichen. Sie beschreiben kein Objekt und keine Kraft, sondern kennzeichnen einen Bereich und geben an, in welche Richtung sich etwas entwickelt.

Der praktische Nutzen liegt in der Richtungsangabe. Ein Brand, der sich horizontal ausbreitet, stellt eine andere Aufgabe als einer, der sich vertikal durch ein Gebäude arbeitet. Im ersten Fall geht es um die Riegelstellung zu den Nachbarbereichen, im zweiten um die Geschosse darüber. Dieselbe Unterscheidung gilt für die Ausbreitung gefährlicher Stoffe und für Wasser.

Die dritte Variante ist die begrenzte Ausbreitung. Sie sagt, dass ein Ereignis auf einen Bereich beschränkt bleibt, und ist damit eine ausgesprochen wertvolle Information, weil sie eine Entwarnung darstellt, die sonst leicht untergeht. Wer sie einträgt, hält fest, dass an dieser Stelle keine weitere Ausbreitung zu erwarten ist.

Auf handgeführten Lagekarten werden diese Markierungen oft direkt in den Grundriss eines Gebäudes eingezeichnet. Sie eignen sich damit besonders für Objektkarten und für die Einsatzvorbereitung, bei der ein Gebäude vorab bewertet wird.

Ereignisart 4

Die Grundmarkierung nennt, worum es an dieser Stelle geht. Feuer steht für einen Brand, Wasser für Überflutung oder Wasserschaden, Unfall für ein Schadenereignis mit technischer Ursache und Rettung für die Menschenrettung als vorrangige Aufgabe.

Diese vier Markierungen erlauben es, eine Lage grob zu gliedern, bevor Einzelheiten feststehen. In der ersten Phase eines Einsatzes ist genau das gefragt, weil die Erkundung noch läuft und die Führung trotzdem eine Grundlage für erste Entscheidungen braucht.

Taktisches Zeichen Feuer
Feuer
Taktisches Zeichen Rettung
Rettung
Taktisches Zeichen Unfall
Unfall
Taktisches Zeichen Wasser
Wasser

Ausbreitung eines Brandes 3

Für die Brandbekämpfung ist die Ausbreitungsrichtung die zentrale Frage. Bei horizontaler Entwicklung wandert das Feuer in der Fläche, etwa über eine Dachkonstruktion oder durch eine Halle. Die Antwort darauf ist eine Riegelstellung an der Ausbreitungskante.

Bei vertikaler Entwicklung arbeitet sich das Feuer über Geschosse, Schächte oder Fassaden nach oben. Hier zählt jede Minute, weil die Ausbreitung nach oben schneller läuft als in der Fläche und weil Menschen in den darüberliegenden Geschossen unmittelbar gefährdet sind.

Die Markierung für den begrenzten Brand hält fest, dass die Ausbreitung gestoppt ist. Auf einer Karte, die über Stunden fortgeschrieben wird, ist das der Punkt, an dem Kräfte für andere Aufgaben frei werden.

Taktisches Zeichen Feuer begrenzt
Feuer begrenzt
Taktisches Zeichen Feuer horizontale Entwicklung
Feuer horizontale Entwicklung
Taktisches Zeichen Feuer vertikale Entwicklung
Feuer vertikale Entwicklung

Ausbreitung gefährlicher Stoffe 3

Für gefährliche Stoffe gilt dieselbe Systematik. Die horizontale Ausbreitung folgt in aller Regel dem Wind und betrifft damit einen Bereich, der sich im Verlauf des Einsatzes verschiebt. Eine Lagekarte muss diese Verschiebung mitführen, sonst arbeitet die Führung mit einem veralteten Bild.

Die vertikale Ausbreitung betrifft Gase, die schwerer oder leichter als Luft sind. Schwere Gase sammeln sich in Kellern, Schächten und Senken, leichte steigen in obere Geschosse. Für die Menschenrettung ergeben sich daraus völlig unterschiedliche Suchbereiche.

Taktisches Zeichen GF begrenzt
GF begrenzt
Taktisches Zeichen GF horizontale Entwicklung
GF horizontale Entwicklung
Taktisches Zeichen GF vertikale Entwicklung
GF vertikale Entwicklung

Ausbreitung von Wasser 3

Bei Wasserschäden und Hochwasser beschreibt die horizontale Ausbreitung die Fläche, die überflutet wird oder noch überflutet werden kann. Sie ist die Grundlage für Entscheidungen über Sandsackverbau und über die Räumung von Bereichen.

Die vertikale Ausbreitung meint das Steigen des Wassers innerhalb eines Gebäudes. Für die Menschenrettung ist das die entscheidende Angabe, weil sie bestimmt, wie viel Zeit noch bleibt, um Personen aus unteren Geschossen zu holen.

Taktisches Zeichen Wasser begrenzt
Wasser begrenzt
Taktisches Zeichen Wasser horizontale Entwicklung
Wasser horizontale Entwicklung
Taktisches Zeichen Wasser vertikale Entwicklung
Wasser vertikale Entwicklung

Richtungspfeil 1

Der Pfeil ist das einfachste und zugleich vielseitigste Zeichen auf einer Lagekarte. Er zeigt Bewegungsrichtungen an, etwa den Anmarschweg einer Einheit, die Richtung eines Angriffs, den Verlauf einer Räumung oder die Fahrtrichtung im Einbahnverkehr an der Einsatzstelle.

Weil er so allgemein ist, braucht er in der Regel eine Beschriftung. Ein Pfeil ohne Erklärung wird von der nächsten Schicht anders gelesen als von der, die ihn gezeichnet hat. Diese Regel gilt für alle Markierungen: Sie ersetzen keine Beschriftung, sondern ergänzen sie.

Taktisches Zeichen Pfeil
Pfeil

Markierungen fortschreiben

Markierungen sind die Zeichen, die sich im Verlauf eines Einsatzes am häufigsten ändern. Was am Anfang eine vertikale Brandausbreitung war, ist nach zwei Stunden hoffentlich ein begrenzter Brand. Eine Lagekarte, die diese Entwicklung nicht mitführt, verliert genau dort ihren Wert, wo sie am wichtigsten wäre.

In der Praxis hat sich bewährt, jede Änderung mit einer Uhrzeit zu versehen. Beim Schichtwechsel ist dann nachvollziehbar, wann eine Aussage getroffen wurde und wie alt sie ist. Mehr dazu steht im Beitrag Typische Fehler beim Führen einer Lagekarte.

Ein Einsatz, in dem diese Zeichen den Unterschied machen

Markierungen sind die einzigen Zeichen, die nicht einen Zustand festhalten, sondern eine Bewegung. Ihr Wert entsteht dadurch, dass sie fortgeschrieben werden.

09:15 Uhr. Aus einem Betriebsgebäude tritt ein Gefahrstoff aus. Eingetragen werden das Ereigniszeichen an der Austrittsstelle und ein Ausbreitungspfeil in Windrichtung, dazu die Windrichtung selbst und die erste Abgrenzung des Gefahrenbereichs.

09:40 Uhr. Die erste Messung liegt vor. Der Gefahrenbereich wird angepasst — er reicht weiter als angenommen. Der alte Umriss wird nicht gelöscht, sondern durchgestrichen und mit Zeit versehen. Damit bleibt nachvollziehbar, worauf die erste Absperrung beruhte.

10:20 Uhr. Der Wind dreht um rund 40 Grad. Das ist der Moment, in dem die Karte ihren Wert beweist: Der Ausbreitungspfeil wird nachgeführt, und sofort ist sichtbar, dass ein bisher freier Wohnbereich nun betroffen ist. Absperrung, Dekon-Platz und Bereitstellungsraum müssen verlegt werden.

11:30 Uhr. Die Quelle ist abgedichtet. Der Ausbreitungspfeil bekommt einen Endzeitpunkt. Der Gefahrenbereich bleibt, bis Kontrollmessungen ihn aufheben — Ausbreitung gestoppt heißt nicht Gefahr vorbei.

Das Beispiel zeigt die Eigenart dieser Zeichengruppe. Ein Ausbreitungspfeil ohne Uhrzeit ist nahezu wertlos, weil niemand weiß, ob er die Lage von jetzt oder von vor einer Stunde beschreibt. Ein Pfeil mit Uhrzeit dagegen ist eine Prognose, mit der sich planen lässt.

Für die drei Ausbreitungsarten gelten unterschiedliche Zeitmaßstäbe, und das ist beim Fortschreiben entscheidend. Ein Brand breitet sich in Minuten aus und wird entsprechend oft nachgeführt. Ein Gefahrstoff folgt dem Wind und ändert sich abrupt, wenn der Wind dreht. Wasser breitet sich langsam, aber über Stunden stetig aus — hier genügt eine Fortschreibung im Stundentakt, dafür muss sie über Tage durchgehalten werden.

Hinweis: Die abgebildeten Zeichen wurden eigens für dieses Projekt gezeichnet. Für offizielle Lagekarten gilt die gültige Fassung der eigenen Organisation.