Wissen › Abkürzungen und Glossar
🔡 NachschlagenAbkürzungen der BOS: Glossar von A bis Z
Im Einsatzdienst wird viel abgekürzt. Wer neu dabei ist, versteht die ersten Funksprüche oft nur zur Hälfte. Diese Übersicht erklärt die gebräuchlichsten Kürzel nach Themen sortiert, jeweils mit einem Beispiel aus dem Einsatz.
Die meisten Abkürzungen folgen einer erkennbaren Logik. Bei Fahrzeugen steht vorne die Aufgabe und hinten die Größe, bei Funktionen steht der Buchstabe F meist für Führer. Wer diese Muster kennt, kann sich viele Kürzel herleiten, ohne sie gelernt zu haben. Wie sich das auf die Zeichen selbst überträgt, steht im Beitrag Aufbau und Grundformen.
Führung und Grundbegriffe
- BOS
- Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Der Oberbegriff für Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Technisches Hilfswerk, Polizei und die Hilfsorganisationen. Beispiel: Die taktischen Zeichen sind die gemeinsame Sprache aller BOS.
- EL
- Einsatzleitung oder Einsatzleiter. Trägt die Gesamtverantwortung an der Einsatzstelle. Beispiel: Die EL entscheidet über den Einsatz der nachrückenden Kräfte.
- EAL
- Einsatzabschnittsleitung. Führt alle Kräfte in einem festgelegten Abschnitt. Beispiel: Der Brandabschnitt bekommt eine eigene EAL.
- TEL
- Technische Einsatzleitung. Unterstützt die Einsatzleitung bei größeren Lagen, meist mit einem Stab. Beispiel: Für die Flächenlage wird die TEL einberufen.
- ZF
- Zugführer. Führt den Zug aus mehreren Gruppen oder Staffeln. Beispiel: Der ZF koordiniert die eingesetzten Gruppen.
- GF
- Gruppenführer. Führt die Gruppe als klassische Grundeinheit. Beispiel: Der GF teilt die Trupps ein.
- TF
- Truppführer. Führt den Trupp, die kleinste selbstständige Einheit. Beispiel: Der TF meldet den Rückzug aus dem Gebäude.
- DV / FwDV
- Dienstvorschrift und Feuerwehr-Dienstvorschrift. Regelwerke für Ausbildung und Einsatz, dazu gehörte die DV 102 zu den taktischen Zeichen. Beispiel: Die Führungsstruktur folgt der FwDV 100.
- UvD / OvD
- Unterführer und Offizier vom Dienst. Rufbereite Führungsfunktionen, die bei Bedarf zur Einsatzstelle kommen. Beispiel: Der OvD übernimmt die Einsatzleitung.
Lagen und Einsatzarten
- MANV
- Massenanfall von Verletzten. Eine Lage mit so vielen Betroffenen, dass die Regelvorhaltung nicht ausreicht und besondere Führung nötig wird. Beispiel: Nach dem Busunglück wird MANV ausgelöst.
- SEG
- Schnelleinsatzgruppe. Eine schnell verfügbare Einheit der Hilfsorganisationen für Sanitäts-, Betreuungs- oder Transportaufgaben. Beispiel: Die SEG unterstützt den Rettungsdienst bei der größeren Lage.
- PSNV
- Psychosoziale Notfallversorgung. Betreuung von Betroffenen, Angehörigen und Einsatzkräften nach belastenden Ereignissen. Beispiel: Für die Angehörigen wird die PSNV alarmiert.
- ABC / CBRN
- Gefahren durch atomare, biologische und chemische Stoffe. CBRN ist die modernere, international übliche Bezeichnung. Beispiel: Bei einem ABC-Einsatz arbeiten die Kräfte unter Vollschutz.
- TH
- Technische Hilfeleistung. Alle Einsätze ohne Feuer, etwa Verkehrsunfälle, Unwetterschäden oder Türöffnungen. Beispiel: TH klein bei einem umgestürzten Baum.
- ÜMANV
- Überörtlicher Massenanfall von Verletzten. Wird ausgelöst, wenn Kräfte benachbarter Kreise nachgefordert werden müssen. Beispiel: Der Landkreis fordert ÜMANV-Komponenten an.
Fahrzeuge der Feuerwehr
- LF
- Löschgruppenfahrzeug. Bringt eine Gruppe und Löschtechnik zur Einsatzstelle. Beispiel: Das LF stellt die Wasserversorgung her.
- HLF
- Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug. Ein LF mit zusätzlicher Ausstattung für die technische Hilfe. Beispiel: Das HLF befreit die eingeklemmte Person.
- StLF
- Staffellöschfahrzeug. Kleiner als ein LF und mit Staffelbesatzung. Beispiel: Die Ortswehr rückt mit dem StLF aus.
- TLF
- Tanklöschfahrzeug. Führt einen großen Löschwasservorrat mit. Beispiel: Ohne nahe Wasserstelle sichert das TLF den ersten Löschangriff.
- DLK / DLA(K)
- Drehleiter mit Korb. Hubrettungsfahrzeug für Rettung und Arbeiten in der Höhe. Beispiel: Über die DLK werden Personen aus dem dritten Stock gerettet.
- RW
- Rüstwagen. Fahrzeug mit umfangreichem Gerät für die technische Hilfe, ohne Pumpe und Löschwasser. Beispiel: Der RW kommt bei der schweren technischen Rettung dazu.
- GW / GW-G
- Gerätewagen und Gerätewagen Gefahrgut. Transportieren Ausrüstung für Sonderaufgaben. Beispiel: Der GW-G rückt bei ausgelaufener Chemie mit an.
- ELW
- Einsatzleitwagen. Führungsfahrzeug, von dem aus die Einsatzleitung arbeitet. Beispiel: Im ELW wird die Lagekarte geführt.
- MTW / MTF
- Mannschaftstransportwagen oder -fahrzeug. Befördert Einsatzkräfte ohne eigene Löschtechnik. Beispiel: Der MTW bringt die restliche Gruppe nach.
- WLF / AB
- Wechselladerfahrzeug und Abrollbehälter. Das WLF transportiert wechselnde Container mit Spezialausstattung. Beispiel: Das WLF holt den AB-Atemschutz.
Fahrzeuge des Rettungsdienstes
- RTW
- Rettungswagen. Versorgt und transportiert Notfallpatienten. Beispiel: Der erste RTW beginnt mit der Erstversorgung.
- KTW
- Krankentransportwagen. Übernimmt planbare Transporte. Beispiel: Leichter Verletzte kommen mit dem KTW in die Klinik.
- NEF
- Notarzteinsatzfahrzeug. Bringt die Notärztin oder den Notarzt zur Einsatzstelle und transportiert selbst keine Patienten. Beispiel: Das NEF trifft parallel zum RTW ein.
- NAW
- Notarztwagen. Ein Rettungswagen mit fest zugeteiltem Notarzt. Beispiel: Der NAW übernimmt den kritischen Patienten.
- GRTW
- Großraumrettungswagen. Für den Transport mehrerer Patienten gleichzeitig. Beispiel: Beim MANV fährt der GRTW mehrere Betroffene auf einmal.
- RTH / ITH
- Rettungshubschrauber und Intensivtransporthubschrauber. Luftgebundene Rettungsmittel. Beispiel: Der RTH fliegt den Patienten in die Spezialklinik.
Einrichtungen an der Einsatzstelle
- BHP
- Behandlungsplatz. Ort, an dem Verletzte gesammelt, gesichtet und versorgt werden. Beispiel: Beim MANV laufen alle Betroffenen über den BHP.
- UHS
- Unfallhilfsstelle. Anlaufstelle für die erste Hilfe und den geordneten Patientenfluss. Beispiel: Leichter Betroffene werden an der UHS registriert.
- PSS
- Patientensammelstelle. Sammelpunkt für Betroffene vor der Weiterleitung an den BHP. Beispiel: Die PSS wird im Foyer eingerichtet.
- BR
- Bereitstellungsraum. Ort, an dem nachrückende Kräfte auf ihren Einsatzauftrag warten. Beispiel: Alle Kräfte melden sich zuerst im BR.
- Dekon
- Dekontamination. Reinigung von Personen oder Gerät nach Kontakt mit gefährlichen Stoffen. Beispiel: Nach dem Einsatz durchläuft der Trupp die Dekon.
Schutzausrüstung und Qualifikation
- AGT
- Atemschutzgeräteträger. Eine Einsatzkraft, die unter Atemschutz vorgehen darf. Beispiel: Nur ausgebildete AGT gehen in den verrauchten Bereich.
- PSA
- Persönliche Schutzausrüstung. Schutzkleidung und Ausrüstung der Einsatzkräfte. Beispiel: Ohne vollständige PSA geht niemand vor.
- CSA
- Chemikalienschutzanzug. Gasdichter Vollschutz für Einsätze mit gefährlichen Stoffen. Beispiel: Zum Abdichten des Lecks geht ein Trupp im CSA vor.
- PA
- Pressluftatmer. Das umluftunabhängige Atemschutzgerät. Beispiel: Der Angriffstrupp rüstet sich mit PA aus.
Organisationen und Behörden
- THW
- Technisches Hilfswerk. Bundesanstalt für technische Hilfe im Bevölkerungsschutz. Beispiel: Das THW sichert den Deich und baut eine Behelfsbrücke.
- DRK
- Deutsches Rotes Kreuz. Die größte Hilfsorganisation in Deutschland, aktiv im Sanitäts-, Betreuungs- und Rettungsdienst.
- ASB
- Arbeiter-Samariter-Bund. Hilfsorganisation im Rettungs- und Sanitätsdienst.
- JUH
- Johanniter-Unfall-Hilfe. Hilfsorganisation mit Schwerpunkt im Rettungs- und Betreuungsdienst.
- MHD
- Malteser Hilfsdienst. Hilfsorganisation im Sanitäts- und Betreuungsdienst.
- DLRG
- Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Zuständig vor allem für die Wasserrettung. Beispiel: Bei Hochwasser sind Boote der DLRG im Einsatz.
- BBK
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Gibt die Sammlung der Taktischen Zeichen im Bevölkerungsschutz heraus.
- AFKzV
- Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung. Stimmt die taktischen Zeichen zwischen den Ländern ab.
- vfdb
- Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes. Fachverband, der technische Richtlinien und Empfehlungen herausgibt.
Warum Abkürzungen im Einsatz mehr nützen als schaden
Kritik an der Kürzelflut hört man häufig, und bei organisationsübergreifenden Lagen ist sie berechtigt. Innerhalb einer Organisation haben die Abkürzungen aber einen klaren Zweck. Funkverkehr muss kurz sein, weil der Kanal geteilt wird. Ein gesprochenes „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug zwanzig“ blockiert deutlich länger als „HLF 20“.
Problematisch wird es, wenn mehrere Organisationen zusammenarbeiten und dieselbe Buchstabenfolge Verschiedenes bedeutet. TF steht bei der Feuerwehr für den Truppführer, im Katalog der taktischen Zeichen bezeichnet dieselbe Kurzform eine Gruppe von Transportfahrzeugen. Genau deshalb sind die Zeichen selbst so wertvoll. Ein Bild auf der Lagekarte ist eindeutig, auch wenn das gesprochene Kürzel es nicht ist.